Warum ist meine Haut ohne Pille so grässlich?

Lästig: Hört man mit der Pille auf, sprießen die Pickel. Martina Parker begibt sich auf die Suche nach Lösungen.

Meine Freundin B. leidet unter schlimmer Akne. Das hat sie schon einmal getan, als Teenager. Aber heute ist B. 40(!). Und seit sie vor drei Monaten die Pille abgesetzt hat, ist das Problem wieder da. Von ihrem Hautarzt fühlt sie sich B. nicht so richtig ernst genommen. Der gibt ihr das Gefühl: Was wollen Sie mit den paar Wimmerln, das ist doch kein medizinisches Problem.

Ich verspreche B, mich bei den Besten der Besten zu erkundigen und die Gelegenheit ergibt sich schon einen Tag später: Ich treffe Dr. Tim Golüke, einer der besten Hautärzte Münchens und erzähle ihm von B. Hier seine Antwort:

Dieses Problem tritt sehr häufig auf, weil die Pille den wahren Hautzustand der Betroffenen nur verschleiert hat. Werden die Hormone abgesetzt, sind die Symptome wieder da.

Natürlich kann kein Arzt Ferndiagnose stellen, aber folgende Möglichkeiten gibt es:

1. Der Arzt macht einen aktuellen Hormonstatus der Patientin. Außerdem empfiehlt Dr. Golüke auf Kuhmichprodukte zu verzichten, denn diese seien oft hormonell belastet und das hätte Auswirkungen, gerade und besonders auf Aknehaut.

2. Der Arzt verschreibt drei Wochen lang das Antibiotikum Minocyclin, um die Aknebakterien abzutöten.

3. Besteht das Problem immer noch, können für drei weitere Monate Tabletten mit Vitamin A Säure/Isotretinoin verschrieben werden. Vorteil: Der Wirkstoff verkleinert die Talgdrüsen dauerhaft. Der Nachteil: Erhebliche Nebenwirkungen. Außerdem darf man während und sechs Monate nach der Behandlung keinesfalls schwanger werden, da der Wirkstoff den Fötus schwer schädigen kann. Die Behandlung ist also keine Option für Frauen, die ihre biologische Uhr ticken hören und die Pille absetzen, weil ein Kinderwunsch besteht.

4. Unterstützend sind Behandlungen bei der Kosmetikerin, wie z.B. die Mikrodermabrasion. Denn Aknehaut ist oft sehr verhornt. Wird die oberste tote Honschicht abgetragen, kann der Talg besser abfließen und es bilden sich weniger Pusteln. Ein professionelles Ausreinigen ist auch immer besser, als selber an seinen Pickeln rumzudrücken. Positiv sind auch Fruchtsäurebehandlungen, da sie den PH Wert der Haut günstig beeinflussen.

5. Dr. Golüke wichtigster Rat an B. Suchen Sie sich auf jeden Fall einen anderen Hautarzt, der sie ernst nimmt und eine individuellen Behandlungsplan aufstellt, mit dem sie sich wohl fühlen.

B. geht jetzt übrigens regelmäßig zur Kosmetikerin und hat sich ein Antibiotikum verschreiben lassen. Die Behandlung mit Vitam A Säure zögert sie noch hinaus. Ihre Kosmetikerin wendet lokal Fruchtsäuren an. Die Haut ist noch nicht optimal, aber tatsächlich viel besser.


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