Warum ist es gefährlich, Dates zu romantisieren?

Ihr habt euch einmal gesehen und könnt euch schon vorstellen, irgendwann gemeinsam mit einem Hund oder Kind am Strand entlang zu spazieren? Wahrscheinlich romantisiert ihr gerade die Situation und ignoriert einen wichtigen Teil der Persönlichkeit eures Dates.

Warum ist es gefährlich Dates zu romantisieren?

Der Nice Guy. Wir alle kennen ihn aus Filmen, er ist unsterblich verliebt, romantisch, würde die Welt anhalten, um seine Angebetete glücklich zu machen. Auf den ersten Blick ist er der Held der Geschichte, erst bei näherem Hinschauen merkt man: Nope. Denn der Nice Guy kommt mit einem Haken. Und dieser Haken ist, dass er seine Angebeteten romantisiert. Er sieht sie nicht für wen er*sie wirklich ist, ist pushy und geht nicht auf deren Bedürfnisse ein. Er ist verliebt in die Idee von dieser Person, die er in seinem Kopf kreiert hat, nicht von der Person selbst.

Hollywood sagt es ist romantisch

Und während vor allem Hollywood Zuseher*innen jahrelang einreden wollte, dass wir für den Good Guy jubeln, so sind einige dieser Darstellungen extrem schlecht gealtert. Ted von How I met your Mother zum Beispiel. George von Grey’s Anatomy, Ross aus Friends, Tom aus 500 Days of Summer, die Liste an Beispielen ist lang. Sieht man sich diese Darstellungen heute an, merkt man, dass viele dieser Charaktere komplett ignoriert haben, was die Frauen in ihrem Leben wollten. Summer aus 500 Days of Summer sagte zum Beispiel immer, wie sie sich fühlte. Tom ignorierte dies nur. Robin aus How I met your Mother machte nie ein Geheimnis daraus, was sie sich für ihre Zukunft vorstellte, Ted dachte nur sie ändern zu können.

Was will sie*er?

Und das ist die große Gefahr, wenn man eine Idee romantisiert und diese einer zweiten Person aufzwängt. Man stellt sich vor, wie es mit der Person wäre, was man gemeinsam erleben würde, schwelgt in Gedanken in den Vorstellungen gemeinsam eine Bergwanderung zu machen und in der Therme zu entspannen ohne jemals nachzufragen, ob die zweite Person gerne auf Berge geht oder die Therme hasst.

Daydreaming

Ich meine, sind wir ganz ehrlich, wir alle haben es schon gemacht: Uns nach dem ersten Date ausgemalt, wie unsere gemeinsamen Erlebnisse aussehen könnten. Doch am Ende ist dies nicht nur unfair gegenüber der zweiten Person, die wir noch nicht richtig kennen gelernt haben, sondern auch uns selbst. Denn die Chance, dass wir verletzt und enttäuscht werden steigt damit stark. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass unsere Vorstellung so eintritt. Wenn das aber unsere Erwartungs- und Wunschhaltung ist, dann erwarten wir von der zweiten Person etwas, was sie unmöglich ist zu erfüllen. Und damit machen wir genau dass, was wir an den Good Guys aus den Filmen und Serien bekritteln. Wir wollen die Person nicht kennen lernen, sondern dass sie unsere Erwartungen erfüllt.

Wunschvorstellungen

Und das führt dazu, dass wir nur auf die Dinge hören, die unsere Erwartung erfüllen und den Rest der Persönlichkeit ignorieren oder ausblenden. Das ist nicht fair und führt oft zu Ressentiment wenn plötzlich klar wird, dass diese Person mehr ist als jemand der unsere Wunschvorstellung erfüllen muss.

Wie löst man dieses Problem? Bleibt ihm Moment, hört zu, nehmt die Person so, wie sie ist. Findet heraus wer er*sie ist statt Erwartungen zu projizieren. Klingt einfach, braucht aber etwas Übung. Aber denkt einfach dran: Ihr wollt nicht Ted Mosby sein!

 

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