Warum ist die Weihnachtszeit für viele Paare so eine Beziehungsprobe?

Denn gerade das Fest der Liebe übt doch einen großen Druck aus und beinhaltet viele mögliche Streitthemen, die umschifft werden müssen.

Warum ist die Weihnachtszeit für viele Paare so eine Beziehungsprobe?

Alles glitzert und funkelt, die einzige Uhrzeit, in der gemessen wird, sind die Glühweine, die man am Weihnachtsmarkt trinkt und man rennt von einer Weihnachtsfeier zur nächsten. Es wird die stille Zeit genannt, doch gerade die vier Wochen vor Weihnachten sind häufig vieles, aber bestimmt nicht still. Geschenke müssen gekauft werden, Freund*innen wollen noch getroffen werden und eigentlich möchte man diese Zeit nutzen, um die Liebe zu feiern, die man mit dem*der Partner*in hat. Die Erwartungen sind hoch. Und gerade das wird für viele Paare zur Beziehungsprobe. Was sind die Gründe, wieso gerade diese Zeit für viele Paare so eine große Beziehungsprobe ist (und sich viele Paare nach den Feiertagen trennen)? Was sind die größten Diskussionsthemen und Stressfaktoren?

Wo (und wie) soll Weihnachten gefeiert werden?

Gerade wenn man in den ersten Jahren einer Beziehung ist und die beiden Familien nicht in derselben Stadt oder demselben Ort wohnen, muss man häufig eine Entscheidung treffen: Feiert man getrennt mit den Familien und sieht sich erst nach den Feiertagen? Fährt man hin und her zwischen den Feiertagen? Ist das überhaupt möglich? Bei welcher Familie wird der heilige Abend gefeiert? Oder bleibt man zu zweit in der gemeinsamen Stadt und sieht die Familie nicht?

Da es nicht nur um die Gefühle der beiden Partner*innen geht, sondern auch noch um die der Familien rund herum, kann diese Diskussion ganz schön emotional aufgeladen werden. Es gibt hier leider keine richtige Antwort, wie man dieses Problem am besten löst, außer: Es ist auch okay die Feiertage getrennt zu verbringen, das sagt nichts über die Qualität der Beziehung aus. Wenn ihr gemeinsam feiern möchtet, kann vielleicht ein Kompromiss gefunden werden, dass ihr euch jedes Jahr abwechselt oder ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag zusammen seid.

Erwartungen an Geschenke

Paarpsycholog*innen empfehlen gemeinhin das Thema Geld für Geschenke schon einige Wochen vor Weihnachten anzusprechen, um hier keine falschen Erwartungen zu schüren und Missverständnisse auszuräumen. Einigt euch darauf, in welchem Rahmen sich das Geschenk bewegen sollte und auch ob ihr euch überhaupt etwas schenkt. Immer mehr Paare schenken sich beispielsweise eine gemeinsame Aktivität, die sie im nächsten Jahr zusammen machen.

Wenn ihr besprecht, dass ihr euch dieses Jahr nichts schenken werdet, nehmt dies beim Wort und besorgt oder erwartet nicht trotzdem ein Geschenk, denn das stellt wieder ein Ungleichgewicht her, das zu Stress führen kann. Wenn ihr gemeinsame Geschenke für Familienmitglieder besorgt, sprecht auch hier vorher darüber, welchen finanziellen Rahmen ihr bereit seid für Schwiegereltern, Nichten und Neffen auszugeben.

Die Familie des*der Partner*in

Während man sich den*die Partner*in ganz bewusst aussucht, bekommt man die Familie rund herum quasi als Geschenk dazu. Und das kann wunderbar sein, wenn man sich gut versteht. Oder ganz furchtbar, wenn man das nicht tut. Vielleicht kommt die Familie des*der Liebsten aus ganz anderen Verhältnissen, hat ganz andere Einstellungen oder Werte. Das kann natürlich gerade über die Feiertage und in der Vorweihnachtszeit auch zu Stress zwischen den Partner*innen führen.

Du hasst seine*ihre Lieblingstante Frieda? Während du natürlich ansprechen kannst, dass du dich in dieser Gruppe nicht richtig wohl fühlst, solltest du mit deiner Kritik niemals die Gefühle deines*deiner Partner*in verletzen. Sprich ehrlich an, wie du dich fühlst, ohne verletzend zu sein und schaut, was die beste Lösung sein kann. Vielleicht verbringt er*sie allein Zeit mit der Familie und ihr reduziert die gemeinsame Zeit mit ihnen? Dann kann er*sie entspannt Spaß mit der Familie haben, ohne sich dauernd Gedanken zu machen, ob du gerade die furchtbarste Zeit hast.

Wie viel Alkohol wird getrunken?

Gerade in der Vorweihnachtszeit und während der Feiertage gibt es häufig viele Gründe anzustoßen. Sei es auf das letzte Jahr, die Freundschaft, die Liebe oder einfach, dass man wieder mal beisammen ist. Gerade wenn man gemeinsam mit dem Auto unterwegs ist, gehört vorher geklärt, wer fahren wird und somit nüchtern bleibt. Und auch in der Vorweihnachtszeit sollte klar kommuniziert werden, welche Erwartungshaltung man hat: Hat man vor, bei der Firmenweihnachtsfeier des*der Partner*in ein Glas Sekt zu schlürfen oder sich durch alle Cocktails zu probieren? Besonders wenn eine Person Alkohol genießt und die andere eher ungern Alkohol trinkt, birgt sich auch hier eine gewisse Streitquelle.

 

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