Warum ich regelmäßig kalt dusche und du es auch tun solltest

Frau unter der Dusche

Seit Jahren beende ich (fast) jede Dusche mit ca. 30 Sekunden eiskaltem Wasserstrahl. Ja, auch (und gerade) im Winter. Warum? Die Haut wird rosig, fühlt sich straff und gut durchblutet an, der Kreislauf kommt in Schwung, man fühlt sich generell wach und der Körper wird danach ganz warm. Nachher fühle ich mich glücklich, ausgeglichen und zufrieden – gerade in Zeiten von Corona nicht unwesentlich. Wer das jetzt für verrückt hält, denkt bitte kurz an den letzten Thermen- oder Saunaurlaub: Nicht umsonst gibt es in jedem guten Spahotel auch ein Kaltwasserbecken.

Bringt kalt duschen wirklich was?

Schon Sebastian Kneipp hat am eigenen Leib erfahren, dass Kältereiz Lebensreiz ist, denn kaltes Wasser tut unserem Körper nachweislich gut. Er selbst hat sich so von einer Lungentuberkulose geheilt. Davor therapierte schon Hippokrates diverse Leiden mit Eiswasser. Durch den Kältekick wird Adrenalin ausgeschüttet, das die Gefäße verengt und entzündungshemmend wirkt. Außerdem wird durch die Kälte das gesunde braune Fettgewebe aktiviert und das ungesunde weiße Fettgewebe abgebaut. Kältebehandlungen aktivieren das Immunsystem und können sogar bei Allergien, Hautkrankheiten, Gelenksbeschwerden, rheumatischen Erkrankungen und stillen Entzündungen im Körper und Migräne helfen.

Wer kein Eiswasserbecken, einen kalten See oder Teich vor der Haustür hat, kann einfach die Dusche bis zum Anschlag auf kalt drehen und einen modernen Ansatz der Kältetherapie – die Wim-Hof-Methode – ausprobieren.

Kalt duschen à la Hollywood

Seit Lifestyle-Guru Gwyneth Paltrow in ihrer (umstrittenen) Netflix-Serie The Goop Lab die Wim-Hof-Methode einem Riesenpublikum vorstellte, duscht angeblich halb Hollywood kalt. Wim Hof ist als „Eismann“ bekannt und experimentiert seit Jahren mit der heilenden Wirkung von Kälte. Nach einem Schicksalsschlag heilte er sich mit einem Kälteschock und fügte nach und nach Atem- und Yogaübungen dazu. Seine Methode ist ein Ritual aus Atmung, Yogaübungen und Kältereiz durch Wasser.

So kannst du die Wim-Hof-Methode zu Hause ausprobieren

  1. Dusche wie jeden Tag ganz normal warm.
  2. Wenn du fertig bist, stelle dich mit leicht gebeugten Knien etwas breiter als hüftbreit in die Dusche und atme schnell und tief ein und aus.
  3. Bewege dabei die Hände gegengleich nach vorne, als würdest du diagonal boxen. Die Handflächen bleiben dabei offen und zeigen nach vorne. Dreh den Oberkörper leicht mit.
  4. Atme und „boxe“ immer weiter und dreh dabei den Hahn immer kälter, bis das Wasser ganz kalt ist.
  5. Bleib ca. 30 Sekunden unter dem kalten Strahl und atme dabei weiter schnell ein und aus, als würdest du hyperventilieren.

Die Art der Atmung und auch das Ritual erscheint anfangs komisch und unnötig, macht die kalte Dusche aber wirklich leichter. Viel Spaß und Vorsicht – Suchtgefahr! ;-)

 

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