Warum es wichtig ist, dass Arielle eine Schwarze Disney-Prinzessin ist

Vielen jungen, Schwarzen Mädchen bedeutet es viel, dass endlich Held*innen wie sie aussehen und wir weißen Menschen sollten darüber nachdenken, bevor jemand sagt: "Aber Ariel sollte weiß sein".

Reaktionen auf Trailer mit schwarzer Ariel zeigen, wie wichtig Repräsentation in den Medien ist

Wir leben im Jahr 2022 und eigentlich könnte man meinen, dass wir über gewisse Diskussionen hinausgewachsen sind. Sind wir aber offensichtlich nicht. Während letzte Woche noch die neue Herr der Ringe-Serie Ringe der Macht die Gemüter bewegte, weil in der Vorgeschichte des Tolkien-Werks einige Hobbits Schwarz sind und die Menschen sich sehr darüber erzürnen können, dass es keine Schwarzen Hobbits gibt (News-Flash: Es gibt insgesamt keine Hobbits), ist jetzt Ariel dran. Disney veröffentlichte diese Woche den Trailer für die Real-Verfilmung des Disney-Klassikers und wie bereits 2019 angekündigt wird Ariel von der Schwarzen Sängerin Halle Bailey gespielt.

Pure Freude

Und das Internet wäre nicht das Internet, wenn nicht ein Teil der Menschen sich darüber aufregen würden, weil Ariel weiß sein MUSS. Sie gehen sogar so weit, dass sie mit großartigen Theorien die Nicht-Existenz von Schwarzen Meerjungfrauen belegen; wie, dass an den Meeresgrund nicht genug Licht kommt, sodass Meerjungfrauen nicht Schwarz sein könnten (Leute, ich weiß, das ist ein Schock aber es gibt auch keine Meerjungfrauen). Gleichzeitig wird aber das Internet überschwemmt von Videos junger Mädchen, die kaum glauben können, dass eine ihrer Lieblings-Disney-Prinzessinen aussieht wie sie. Videos, die uns durchaus zum Denken anregen sollten.

Repräsentation ist wichtig

Als weißer Mensch ist es schwer am eigenen Leib nachzuvollziehen, wieso Repräsentation in den Medien so wichtig ist. Denn wir werden immer und ständig repräsentiert. Egal wo, egal wann. Weiße Menschen sind die Held*innen jeder Geschichte, die Prinzess*innen, die Abenteurer*innen. Wir sehen in den Charakteren immer in gewisser Weise uns selbst, weil sie aussehen wie wir. Für Menschen der BPOC-Community ist das anders und besonders Kindern fällt durchaus auf, dass all die Held*innen, zu denen sie aufsehen, nicht aussehen wie sie. Sieht man die Gesichter der strahlenden jungen Mädchen in den Videos, ist klar wie viel es ihnen bedeutet, dass sich das langsam aber sicher ändert.

Märchen für alle

Ein Elternteil, dass das Video ihrer Tochter postet schreibt in der Bildunterschrift: "Versteht ihr, wie es sich für unsere Babys anfühlt, sich in den Märchen zu sehen, von denen die Welt sagt, sie seien nicht für sie gemacht. Sagt was ihr wollt und beschwert euch so viel ihr wollt ... Ich höre nichts anderes als die Freude und Aufregung, die dieses kleine Mädchen hat, wenn es eine Person sieht, die sie repräsentiert."

#NotmyAriel

Als 2019 erstmals verkündet wurde, dass Halle Bailey die Rolle von Ariel spielen würde, trendete der Hashtag #NotmyAriel, in dem weiße Menschen ihren Unmut laut machten, dass eine Figur, in der sie sich früher gesehen hatten, nun nicht mehr weiß sein würde.

Dazu ein Gedanke: Wenn es weiße Menschen so bewegt, dass sie sich in einer (fiktiven) Meerjungfrau gesehen haben und dadurch repräsentiert fühlten, verdienen dann nicht alle dieselbe Repräsentation? Und was heißt es, wenn sich weiße Menschen nicht in der Schwarzen Ariel sehen? Sehen sich Schwarze Menschen dann vielleicht auch nicht in weißen Charakteren? Und sollten wir dann nicht noch mehr daraufsetzen, dass es auch mehr Schwarze Held*innen und Charakter gibt? Denkt darüber nach und schaut währenddessen noch ein paar Videos von glücklichen Kindern. Vielleicht hilft euch das auf die richtige Lösung zu kommen.

 

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