Warum es gutes Zeichen ist, wenn einen der Partner nervt

Sind Sie manchmal so richtig von ihrem Partner genervt? Das muss nicht immer ein schlechtes Zeichen sein.

In jeder Beziehung gibt es Aufs und Abs, und manchmal, da gibt es eben auch Zeiten, wo man so richtig genervt vom anderen ist. So sehr, dass man in Frage stellt, ob man überhaupt so viel Zeit mit der Person verbringen sollte. Dass wir solche Phasen eher locker nehmen sollten, findet die Beziehungsberaterin Kira Asatryan, die über dieses Thema im Magazin Time geschrieben hat.

Keine rosarote Brille mehr

"Natürlich ist die Fähigkeit mit Konflikten um zugehen - auch wenn es nur kleine sind -, essentiell für das Funktionieren einer Beziehung", schreibt sie. "Aber ich würde sagen, es gibt Zeiten, da ist es total okay, sogar gut, wenn man sich gegenseitig nervt."

Gesundes Maß an Komfort

Im Grunde geht es darum: Wenn man erst einmal anfängt, sich gegenseitig zu nerven, ist man aus der "rosarote Brille-Phase" hinaus. Man ist nicht mehr dauerverliebt, hat es über die erste Phase hinaus geschafft und ist trotzdem noch zusammen. Man fühlt sich wohl miteinander und ist sicher genug, alle seine ehrlichen Seiten offen zu legen.

"Authentisch zu sein - inklusive Merkwürdigkeiten - ist ein Zeichen eines gesunden Ausmaßes an Sicherheit in einer Beziehung. Wenn man aneinander gerät, bedeutet das ja nur, das man nicht mehr alles sagt, um dem anderen zu gefallen."

Noch kein Grund zur Sorge

Manche machen sich viele Sorgen, wenn gewisse Angewohnheiten der Partner sie in den Wahnsinn treiben. Dabei sagt Asatryan, dass man eigentlich in einer Mittelphase zwischen der ursprünglichen Euphorie, und dem Punkt ist, an dem man niemals sein möchte: Wo man einem einfach alles egal ist. Zumindest fühlt man etwas.

Gelegenheit zum Wachsen

Asatryan schreibt auch, dass man kleine Nervereien lieber als Gelgenheit, an der die Beziehung wachsen kann, sehen sollte. Hat das genervte Gefühl bezüglich einer bestimmten Angewohnheit vielleicht einen tieferen Hintergrund? Wenn die Partner ihre Probleme reflektieren, können sie gemeinsam daran wachsen und die Beziehung reifen lassen.

"Manchmal ist Genervtheit sinnlos, manchmal ist sie aber auch ein mächtiger Katalysator für Veränderung. Ich schlage vor, nicht die komplette Eliminierung von Genervtheit als Beziehungsziel zu sehen, sondern es als das anzunehmen, was es ist: ein Zeichen, dass man noch man selbst ist, dass man fühlt und dass die Dinge besser sein könnten - und es als Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu nutzen."

 

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