Warum es gut ist, sich mit dem Kondom Zeit zu lassen

Wer das Kondom zu hastig drüberzieht, könnte sich ernsthafte Probleme einhandeln, sagt eine neue Studie.

Kondome sind die beste Möglichkeit, um die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften zu verhindern. Trotz allem sind sie jedoch nicht immer perfekt. Das liegt jedoch weniger an den Kondomen, als an der Art der Verwendung.

Viele Menschen machen jede Menge Fehler beim Drüberziehen des Kondoms - etwa das Verwenden von spitzen Gegenständen, um die Verpackung zu öffnen, nicht auf das Ablaufdatum zu achten, oder das Kondom herunterzunehmen, bevor der Geschlechtsverkehr zu Ende ist. Aber warum sind Kondom-Fehler so weit verbreitet?

Fehlendes Wissen über Anwendung

Dafür gibt es ohne Zweifel viele Gründe - der größte davon ist sicherlich das fehlende Wissen über die Anwendung. Eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin Sexually Transmitted Infections veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit einem wichtigen Faktor: der überstürzten Anwendung von Kondomen.

In dieser Studie haben die ForscherInnen PatientInnen aus Kliniken für Geschlechtskrankheiten in den USA untersucht. Insgesamt nahmen 512 Menschen an der Studie teil, die meisten davon (59 Prozent) waren Frauen und im Durchschnitt 29 Jahre alt. Sie mussten knapp 180 Tage lang ihre sexuelle Aktivität täglich dokumentieren. Die Kernfrage war: "Gab es genug Zeit, um das Kondom anzuwenden, ohne den Prozess zu überstürzen?"

Das Kondom sollte nicht zu hastig verwendet werden

Das Ergebnis: wenn die "überstürzten" Anwendungen den "nicht-überstürzten" gegenübergestellt werden, entstehen überraschende Zusammenhänge. Wer beim Drüberziehen zu hastig ist, hat das doppelte Risiko, dass das Kondom reißt. Außerdem berichteten die "Eiligen", dass sie fast doppelt so oft ein Problem mit herunterrutschenden Kondomen hatten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Kondom vor dem Ende des Geschlechtsverkehrs abnahmen, war ebenso größer. Und viertens sagten sie fast drei Mal so oft, dass das Kondom undicht gewesen sei.

Diese Ergebnisse waren quer durch die Geschlechter und Altersgruppen ähnlich. Einen kleinen Unterschied gibt es für Unter-21-Jährige: sie überstürzten die Kondom-Anwendung wesentlich öfter als Über-21-Jährige.

Im Großen und Ganzen lässt sich jedoch feststellen: die hastige Anwendung führt zu Fehlern. Dann werden auch wichtige Dinge wie etwa das Freilassen von ein bisschen Raum an der Eichel, damit sich das Ejakulat sammeln kann, nicht beachtet. Außerdem kann es passieren, dass das Kondom noch nicht ganz drübergezogen wurde, bevor der Sex losgeht. Das heißt: lasst euch lieber ein paar Sekunden mehr Zeit beim Drüberziehen, bevor Schlimmeres passiert.

 

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