Warum eine Minute Sport besser ist als 45 Minuten

Für viele von uns zählt nur eine Frage: mit wie wenig Sport kann ich das beste Ergebnis erzielen?

Die Antwort lautet: mit sehr wenig. Wie eine neue Studie herausgefunden hat, könnte eine Minute harte Anstrenung besser sein als 45 Minuten moderates Training. Die physiologischen Effekte sollen die gleichen sein, wie die "New York Times" berichtet.

Sensationelle Forschungsergebnisse


Ein ForscherInnenteam der McMaster Universität in Hamilton, Ontario, nahm sich 25 Männer her, die außer Form waren, und untersuchten ihre Blutzuckerwerte sowie ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Sie untersuchten auch die Funktionstüchtigkeit ihrer Muskeln.

Dann teilten sie die Männer per Zufallsprinzip in drei Gruppen ein. (Frauen werden in späteren Experimenten übrigens auch untersucht.) Eine Gruppe sollte nichts an ihrer bisher üblichen Routine ändern - und war somit die Kontrollgruppe. Die zweite Gruppe fing mit einem normalen Ausdauertraning an, das 45 Minuten Fahrradfahren beinhaltete, ein zweiminütiges Aufwärmtraining und drei Minuten Dehnen nach dem Training.

20 Sekunden lang Anstrengung


Die dritte Gruppe machte Intervalltraining - und das kürzeste Workout, das je zu Ergebnissen führte. Sie wärmten sich zwei Minuten lang beim Fahrradfahren auf, traten dann 20 Sekunden lang so schnell sie konnten in die Pedale; machten zwei Minuten langsam weiter; strengten sich wieder 20 Sekunden lang an; erholten sich mit zwei Minuten langsamen Fahren; traten wieder 20 Sekunden lang angestrengt in die Pedale; und kühlten sich drei Minuten lang ab. Das ganze Workout dauerte 10 Minuten - und nur eine Minute davon war wirklich anstrengend.

Beide Gruppen hatten drei Sessions pro Woche, 12 Wochen lang. Am Ende der Studie, die hier veröffentlicht wurde, hatte die zweite Gruppe 27 Stunden Fahrradfahrt hinter sich, während die Intervall-Gruppe nur sechs Stunden trainiert hatte - davon 36 Minuten anstrengendes Training.

Beide Gruppen machten den gleichen Fortschritt


Als die ForscherInnen dann die Blutwerte, die Fitness und die Muskeln der TeilnehmerInnen untersuchten, stellten sie fest: beide Gruppen hatten den gleichen Fortschritt gemacht. Die Ausdauer hatte sich bei beiden Gruppen um 20 Prozent erhöht, die Blutzuckerwerte haben sich ebenso gleich gut verbessert und die Muskelstruktur zeigte ebenso die gleichen Verbesserungen.

"Es kommt trotzdem darauf an, wer das Training macht", sagte der Professor Martin Gibala gegenüber der "New York Times". Für Profi-SportlerInnen wäre dieses Training nicht genug - aber für Leute, die einfach weniger Zeit für Sport haben, sei kurzes und dafür intensives Training die bessere Wahl.

 

Aktuell