Warum dir während der Periode dein Po weh tut

... und was du dagegen tun kannst.

Warum dir während der Periode dein Po weh tut

Hast du auch schon mal bemerkt, dass dir dein Hintern während deiner Tage irgendwie auf ein ganz komische Weise weh tut? Damit bist du nicht allein. Po-Schmerzen während der Regel sind im wahrsten Sinne des Wortes ein pain in the ass und machen die Tage oft noch belastender. Was es damit auf sich hat (und was dagegen hilft):

Woher kommen die Po-Schmerzen?

Wovon reden wir hier genau? Po-Schmerzen während der Periode bedeuten, dass du Schmerzen, Krämpfe oder andere Arten von Beschwerden in einem Teil deines Hinterns verspürst, während du dich in der Blutungsphase deines Menstruationszyklus befindest. Wir müssen hier verschiedene Arten von Schmerzen im Hintern unterscheiden, wofür es wichtig ist, sich ein bisserl mit der Anatomie des Pos auseinanderzusetzen.

Was du über deinen Po wissen solltest

Das Gesäß besteht aus großen, fleischigen Muskeln, die unterhalb der Hüfte und oberhalb der Oberschenkel liegen. Im Einzelnen gibt es drei Gesäßmuskeln, die du kennen solltest: den Gluteus maximus, den Gluteus medius und den Gluteus minimus. Gemeinsam können diese Muskeln dir beim Sitzen, Laufen, Treppensteigen und Co unterstützen.

Es gibt allerdings noch einen anderen wichtigen Teil des Hinterns, der Schmerzen verursachen kann: Anus und Rektum. Der Anus ist das unterste Ende des Verdauungstrakts. Er ist einer der Hauptwege, über den dein Körper Abfälle entsorgt, in Form von Stuhlgang. Der Anus ist mit dem Rektum, dem letzten Abschnitt des Dickdarms, verbunden.

Was löst nun genau die Schmerzen aus?

Krämpfe, Schwellungen der Gebärmutter sowie Blähungen sind häufige Symptome der Periode. Leider können sie auch Druck auf die Gesäßmuskeln ausüben. Wenn sich genügend Spannung aufbaut, können sich die Muskeln verkrampfen und Schmerzen im unteren Rücken, im Becken und im Po verursachen. Das kann auch dazu führen, dass du das Gefühl hast, pinkeln zu müssen, erklärt Elizabeth Kavaler, M.D., klinische Assistenzprofessorin für Urologie am Weil Cornell Medical College gegenüber SELF. Und das alles zusammen ist ganz schön unangenehm.

Was hilft? Entspannen kannst du deine Muskeln zum Beispiel durch ein Bad, eine Massage oder leichte körperliche Betätigung. Bringt alles nix, verschafft dir hoffentlich ein Schmerzmittel Erleichterung.

Übeltäter Fibrom

Ein weiteres mögliches Problem, das den Gesäßmuskelschmerzen zugrunde liegen kann, ist eine vergrößerte Gebärmutter aufgrund von Fibromen. Was ist das jetzt schon wieder, denkt ihr?

Wir erklären's euch: Fibrome sind nicht krebsartige Wucherungen in der Gebärmutter, die sich während der gebärfähigen Jahre einer Person entwickeln können. Sie können dazu führen, dass die Gebärmutter gegen den Rücken oder das Gesäß drückt. Fibrome verursachen nicht immer Symptome, tun sie es doch (z.B. starke Blutungen, Schmerzen beim Sex oder Wasserlassen, Unterleibsschmerzen), kann es Betroffene im Alltag sehr belasten.

Analschmerzen durch Verstopfung

Ein möglicher Grund für Analschmerzen während der Periode ist Verstopfung (Achtung, jetzt wirds ein bissi grauslich). Hiervon ist die Rede, wenn du weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hast, dein Stuhl sehr hart und schwer auszuscheiden bzw. eher zäh, trocken und klumpig ist. Neben analen Schmerzen kann Verstopfung auch Symptome wie blutigen Stuhlgang, Bauch- und Rückenschmerzen, Erbrechen, Fieber und mehr verursachen. Ballaststoffreiche Lebensmittel und viel Wasser können hier Abhilfe schaffen.

Hinweis auf Endometriose?

Anale Schmerzen könnten auch auf Endometriose hindeuten, erklärt Gynäkologin Aimee D. Eyvazzadeh auf self.com. Endometrioseherde sitzen manchmal auf dem sogenannten Pudendusnerv, der sich über das gesamte Becken erstreckt. Wird dieser Nerv gereizt, können stechende Schmerzen in der Haut um den Anus auftreten, die sich während der Periode verstärken.

Wenn die Endometriose am Rektum oder anderen Teilen des Magen-Darm-Trakts lokalisiert ist, kann sie manchmal auch Schmerzen im Darm verursachen, sagt Gastroenterologin Michelle Cohen, M.D gegenüber SELF. Die Darmendometriose kann mit anderen Symptomen wie schmerzhaftem Stuhlgang, rektalen Blutungen, Verstopfung, Durchfall und Blähungen einhergehen.

Endometriose wird häufig nicht diagnostiziert, weil die Betroffenen davon ausgehen, dass die Schmerzen, insbesondere während der Periode, normal sind. Doch wenn man die Behandlung hinauszögert, kann dies zu anderen Problemen wie Vernarbungen der Eileiter und einer verminderten Qualität der Eizellen führen, sagt Dr. Eyvazzadeh. Daher Symptome unbedingt ernst nehmen! Weitere Anzeichen für Endometriose sind neben heftigen Periodenschmerzen starke oder unregelmäßige Regelblutungen und Schmerzen beim Sex.

 

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