Warum die neue Starbucks-Werbung schön, aber gleichzeitig problematisch ist

Im Werbespot sieht man, wie ein Transjunge vom Starbucks-Mitarbeiter das erste Mal mit seinem neuen Namen angesprochen wird. Twitter-User*innen kritisieren Starbucks nun für seine transfeindliche Mitarbeiter*innen-Politik.

Starbucks Werbespot

Egal, ob im ärztlichen Wartezimmer, beim Annehmen eines Pakets oder beim Treffen mit Freund*innen der Eltern: In jeder der Situationen wird James mit "Jemma" angesprochen. Schließlich geht er zu Starbucks – und wird dort, wie es beim Kaffeegiganten nun mal üblich ist, nach dem Namen gefragt: "James" sagt er, woraufhin der Barista das auf den Pappbecher kritzelt, um James später entsprechend aufzurufen. Der lächelt, nimmt seinen Becher und geht.

Viel Lob für Starbucks

Eigentlich eine schöne Idee. Zumal realistisch: In Online-Foren und auf Social Media teilen regelmäßig Menschen, dass sie sich darüber freuen, bei Starbucks mit ihrem Wunschnamen angesprochen zu werden und posten Fotos ihrer Kaffeebecher. Für den Spot wird die Kaffeehaus-Kette großspurig gelobt, auf Social Media bekunden User*innen, jetzt wieder häufiger zu Starbucks gehen zu wollen.

Ehemalige Mitarbeiter*innen melden sich zu Wort

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: So teilen momentan einige Ex-Starbucks-Mitarbeiter*innen ihre Erfahrungen mit dem Unternehmen - und die sind alles andere als positiv. So schreibt ein User: "Starbucks hat mir nicht erlaubt, meinen Namen beim Login zu ändern. Auch haben sie mehreren Mitarbeiter*innen geschlechtsangleichende OPs verboten. Manager*innen haben meine Transidentität ohne meine Zustimmung geoutet".

Ein anderer User schreibt: "Ich wurde unter fragwürdigen Umständen gefeuert, Tage nachdem mein Chef herausfand, dass ich trans bin." Eine weitere Twitter-Userin kommentiert: "Ich habe in meinen sieben Jahren bei Starbucks mit mehr trans- und homophoben Managern gearbeitet als bei allen Bürojobs, die ich hatte – Starbucks Commitment, 'woke‘ und 'hip‘ zu sein, muss man einfach lieben..."

"Wir heißen alle willkommen"

Wenig überraschend also, dass die Werbeeinschaltung hier nicht viel Anklang findet. Starbucks hat sich bezüglich der Kritik bislang noch nicht zu Wort gemeldet. Auf der Starbucks-Website finden sich unter den "Starbucks Stories" allerdings auch Geschichten von Mitarbeiter*innen, die von ihrer positiven Erfahrung bei der Kaffeehaus-Kette berichten. Auch ist hier zu lesen, dass die Starbucks Health Insurance unter anderem Operationen zur Geschlechtsangleichung übernimmt.

Unter dem Youtube-Video zum Spot schreibt das Unternehmen, wofür es stehen will: "Anerkennung und Akzeptanz, wer immer du bist, wer immer du sein willst. Wir heißen alle willkommen". Gemeinsam mit dem Werbespot hat Starbucks auch den neuen "Mermaid Cookie" auf den Markt gebracht. Mit den Einnahmen der Cookies sammelt Starbucks Spenden für die Mermaids Helpline, die Beratung zu Trans- und Gender Issues anbietet.

 

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