Warum der Super-Bowl Auftritt von Lady Gaga viele enttäuscht hat

Bei Lady Gagas Super-Bowl-Auftritt flogen gestern Abend sprichwörtlich die Fetzen. Trotzdem waren viele ZuseherInnen von der Performance der Sängerin nicht begeistert.

Wer Sängerin Lady Gaga in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß: Diese Frau nimmt sich kein Blatt vor dem Mund - schon gar nicht, wenn es um Menschenrechte und Politik geht.

Umso größer war die Spannung vor dem Auftritt der 30-Jährigen beim gestrigen Super-Bowl-Finale in den USA. Viele Fans und ZuseherInnen erwarteten sich nicht nur eine gute Show, sondern auch ein klares politisches Statement für mehr Toleranz (und gegen Donald Trump).

Lady Gaga kam, sang und ... schwieg

Keine Frage: Die Sängerin lieferte am Superbowl-Abend, der als einer der zuschauerstärksten des Jahres gilt, eine ordentliche Show ab und zeigte sich patriotisch ("God bless America. Stand beside her and guide her").

Doch trotz aller Bemühungen, zeigten sich viele Fans nach der Show ernüchtert. Gaga hätte sich während ihrem Auftritt kaum politisch geäußert und ihre Chance sich kritisch vor einem Millionenpublikum zu positionieren, verspielt.

Pepsi Zero Sugar Super Bowl LI Halftime Show

Zwar wies Gaga subtil immer wieder auf amerikanische und demokratische Grundwerte hin ("One nation under god. Undivisable. With liberty and justice for all.") - viele hatten sich von der sonst so engagierten Sängerin und Aktivistin allerdings eindeutigere Statements erwartet.

So wie etwa Sängerin Beyoncé, die im Vorjahr mit eindeutigen Anspielungen auf die #blacklivesmatter-Proteste ihren Auftritt ganz klar für ein politisches Statement instrumentalisierte.

Auf Twitter wurde daher schon während dem Auftritt Kritik laut. Und auch diverse Zeitungen hielten sich nach dem Auftritt nicht zurück: So titelte der britische Guardian etwa "Lady Gaga's Super Bowl performance: heavy on the hits, light on the politics" (zu deutsch: "Lady Gagas Auftritt: Viele Hits, aber wenig Politik") .

Bedenkt man, dass Gaga erst vor wenigen Wochen noch lautstark vor dem Trump-Tower gegen den neu gewählten US-Präsidenten protestierte, waren ihre subtilen Worte angesichts der aufgeheizten Stimmung in den USA nur wenig beschwichtigend.

Warum blieb Gaga leise?

Nach dem Auftritt spekulieren nun freilich viele, warum sich die Sängerin ausgerechnet in der Nacht des Superbowls nicht politisch äußern wollte (oder konnte?). Die Antwort darauf kennt vermutlich nur sie selbst.

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Doch die Zeichen standen schon im Vorhinein auf Versöhnung und gegen politische Kritik, wie Gaga auf Twitter anklingen ließ. Die Sängerin kündigte, wenn auch subtil, in einem Statement Tage zuvor an, beim Superbowl moderat bleiben zu wollen: "Der Geist der USA ist von Liebe, Mitgefühl und Güte geprägt." Ihr Auftritt werde dieses Weltbild unterstützen, so Gaga.

Vielleicht wollte Gaga an diesem Abend auch einfach die Musik für sich sprechen lassen und zumindest für den 13-minütigen Auftritt der Politik und der gegenseitigen Verachtung keine Bühne bieten. Und das ist vielleicht gar keine schlechte Idee!

 

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