Warum "Blonde" - der neue Netflix Film über Marilyn Monroe Kritik bekommt

Daddy Issues, eine depressive Mutter und die Rolle als "Sexsymbol". Der Netflix Film "Blonde" ist ein weiterer, bizarrer Versuch Marilyn Monroe als naive Blondine darzustellen. Wir haben den Film angesehen, damit ihr euch die fast drei Stunden Spielzeit nicht antun müsst.

Blonde. L nach R: Xavier Samuel als Cass Chaplin, Ana de Armas als Marilyn Monroe und Evan Williams als Eddy G. Robinson Jr.. Cr. Matt Kennedy

Das Leben der verstorbenen Schauspielerin Marilyn Monroe wurde wieder einmal möglichst dramatisch und hollywoodreif in Szene gesetzt. Der Drehbuchautor Andrew Dominik porträtiert in Blonde obszöne Sexszenen, Abtreibungen und Misshandlungen der Film-Ikone. Notwendig war das Ganze nicht, wie die Zuseher*innen finden. Für den Netflix Film übrigens von Brad Pitt mit produziert gibt es im Internet nämlich einen heftigen Shitstorm und viel Kritik. Warum sich die Verfilmung wie ein schlechter fast drei Stunden langer Blondinen Witz anfühlt, wir "Blonde" absolut nicht gebraucht haben und Hollywood und ihre Fans Marilyn Monroe endlich in Ruhe lassen sollten.

Alles für die Kunst

Schon in den ersten zehn Minuten fällt der weirde Vibe des Netflix Films auf. Gleich zu Beginn von "Blonde" ist nämlich eine übertriebene Close Up-Aufnahme des Gesichts der Schauspielerin Julianne Nicholson zu sehen, während sie mit ihrer Tochter auf dem Beifahrersitz im Auto fährt. Sie spielt Marilyn Monoroes Mutter Gladys Pearl Baker, die unter einer Paranoiden Schizophrenie litt.

Auffällig ist auch der krampfhafte Versuch des Drehbuchautors Andrew Dominik dem Netflix Film einen artsy, also künstlerischen, Touch zu geben. Dabei geht es hier vor allem um die teilweise wacklige Kameraführung oder die unerträglich langsamen Aufnahmen, wie zum Beispiel die Szene, in der ewig in das Bild des abwesenden Vaters gezoomt wird. Der Filmausschnitt hat nur ein Ziel: Drama erzeugen. Doch dieser Plan geht nicht auf. Zumindest nicht so, wie es sich die Filmmacher vorgestellt hatten.

Kein Entkommen

Marilyn Monroe hat sowohl zu Lebzeiten als auch nach ihrem Tod nie Ruhe von den Medien und der Öffentlichkeit erfahren. Die Besessenheit mit der ehemaligen Film-Ikone geht soweit, dass fremde Männer aus makabren Gründen in der Vergangenheit Unmengen an Geld dafür gezahlt haben, um ihre Gräber neben und über (!) ihrem zu haben. Auf seinen Wunsch ließ sich der 81-jährige Richard Poncher 1986 auf dem Bauch liegend im Grab über dem des Filmstars beerdigen.

Diese ekelhafte Obsession mit Marilyn als erotische Figur wird auch im Netflix Film deutlich. Die expliziten und wiederholten Sex- und Missbrauchsszenen zeigen das! Wenn "Blonde" der Versuch war Marilyn Monroe zu ehren, geht dieser nach hinten los. Der Netflix Film ist mehr dazu da, ihr trauriges Leben und noch tragischeres Schicksal zu verfilmen. Nur um die Sensationslust der Zuschauer*innen zu stillen.

Nicht zeitgemäß

Auch wir finden, dass "Blonde" ein totaler Reinfall ist. Denn das Leben der Marilyn Monroe wird erneut instrumentalisiert, um Profit zu machen. So wird keine Sekunde ausgelassen den Filmstar, als dumme Blondine zu porträtieren, die keine Ahnung hat, was für eine Wirkung sie auf Männer hat. Mag schon sein, dass Marilyn im echten Leben am Set genauso schlecht von Kollegen und Regisseuren behandelt wurde. Doch was war dann das Ziel dieser Verfilmung?

Denn mit Empowerment und Selbstermächtigung hat der neue Netflix Film wenig zu tun. Besonders die Szenen zu den vermeintlichen Abtreibungen sind schmerzhaft anzusehen. Außerdem gibt es praktisch keine Infos darüber, dass ein Schwangerschaftsabbruch tatsächlich stattgefunden hat. So wie für viele andere Momente in "Blonde".

Fazit: Gerade in unserer Zeit ist "Blonde" ein Flop! Der Netflix Film beweist wieder einmal, warum das tragische Leben anderer – besonders von Stars – kein Spektakel für Schaulustige sein sollte. Die Öffentlichkeit sollte "Blonde" daher nicht unterstützen und von Hollywood sollten keine weiteren Monroe-Filme gedreht werden. Nur so kann Marilyn Monroe endlich Ruhe finden.

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