Warum dein Unterleib während oder nach dem Sex schmerzt

Hast du auch schon mal festgestellt, dass dir die untere Bauchregion während oder nach dem Geschlechtsverkehr weh tut? Woran das liegen könnte und was du dagegen tun kannst.

Das ist der Grund, warum dein Unterleib während oder nach dem Sex schmerzt

Sex soll Spaß machen und entspannen – da sind Schmerzen oder Unwohlsein eindeutig fehl am Platz (außer natürlich die Schmerzen sind einvernehmlich besprochener Teil des Akts). Ist dir auch schon passiert, dass du während oder nach dem Sex Schmerzen im Unterleib verspürt hast und nicht genau wusstest, wodurch sie eigentlich ausgelöst wurden? Wir erklären dir, woran es liegen kann und wann es (spätestens) Zeit ist, ärztliche Hilfe zu Rate zu ziehen.

Du bist nicht feucht genug oder die Position eignet sich nicht

Laut einer Studie des American College of Obstetricians and Gynecologists verspüren rund 75 Prozent der Menschen mit Vagina früher oder später Unterleibsschmerzen während dem Sex. Das kann unter anderem auch an der Art und Weise, wie wir Sex haben, liegen. So ist es für einen entspannten und schmerzfreien Akt wichtig, dem Vorspiel genug Raum zu geben und vor vaginaler Penetration auf genug Feuchtigkeit zu achten (am besten also immer ein Fläschchen Gleitgel parat haben!).

Auch die Position, in der wir Sex haben, kann unter Umständen zu Schmerzen führen. "Wenn man sich in einer Position befindet, in der das Einführen sehr tief ist, kann es zu einer Penetration des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter selbst kommen", erklärt Jennifer Lincoln, zertifizierte Fachärztin für Gynäkologie aus Portland gegenüber Allure. Das kann sich für manche unangenehm bis schmerzhaft anfühlen.

Eine Infektion ist schuld

Wie fühlen sich die Schmerzen an, die du verspürst? Gerade Jucken oder Brennen können Hinweis für eine Infektion oder Entzündung im Vaginalbereich sein. Grund dafür kann beispielsweise die Unverträglichkeit eines Intimhygieneprodukts sein. Beim Sex kann sich das unangenehme Gefühl noch verstärken. Auch dermatologische Erkrankungen sowie Geschlechtskrankheiten (Hefepilzinfektion, Vaginitis, …) können Schmerzen im unteren Bauchbereich hervorrufen. Am besten eine*n Ärzt*in aufsuchen und sich durchchecken lassen. Die meisten Infektionen lassen sich mit Medikamenten wieder gut in den Griff bekommen.

Psychische Gründe

Verspüren wir physische Schmerzen muss die Ursache dafür nicht zwangsläufig physischer Natur sein. Auch psychische Belastungen – womöglich ausgelöst durch Traumata (etwa durch Erfahrungen mit sexueller Gewalt in der Vergangenheit) – können sich auf unser Wohlbefinden während dem Sex auswirken. Psyche und Körper sind eng miteinander verbunden, weshalb es nicht ungewöhnlich ist, wenn wir im Zuge mentaler Belastungen körperlich reagieren und es zu Schmerzen oder auch Libidostörungen kommen kann.

Fällt es schwer, sich im Kopf zu entspannen, haben wir gerade Vieles zu verarbeiten oder mit einer mentalen Erkrankung wie Sucht, Depression oder Anxiety zu kämpfen, kann es dazu führen, dass der Körper verkrampft und es zu Schmerzen bei der Penetration kommt. Auch hier ist es ratsam, professionelle Hilfe zu holen und etwa mit einem*r Therapeut*in über die eigenen Belastungen zu sprechen.

 

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