Warum Corona unseren Sex vielleicht sogar besser macht

WIENERIN-Kolumnistin und Sexbloggerin Theresa Lachner findet, dass die Corona-Pandemie durchaus Positives mit sich bringt – zumindest was unser Sexleben betrifft.

Frauen intim

Wir haben Bananenbrot gebacken. Wir haben auf unseren Balkonen geklatscht. Wir haben geweint vor Glück, als wir nach dem Lockdown endlich wieder zur Thaimassage durften okay, vielleicht war das auch nur ich. Wir haben den Kleiderschrank ausgemistet. Und jetzt ist ein super Zeitpunkt, um auch in unserem Sexleben mal ganz gepflegt auszusortieren.

Bussi, baba

Als Erstes fliegt alles und jeder, das bzw. der uns ein mieses Körpergefühl gibt. Die Detoxtee-Trullas aus dem Instagram-Feed. "Augenzwinkernde" Werbung und Memes für den perfekten Post-Pandemie-Body. Der Typ, der uns im Bett ehrfürchtig mitteilt, dass er "das hier alles" doch tatsächlich attraktiv findet, und dafür eine Goldmedaille möchte - ciao! Ab jetzt kultivieren wir "Dad Bod"-Wurschtigkeit aka Body Neutrality.

Beim Dating kann man jetzt ruhig noch deutlich selektiver werden als sonst. Anstatt uns bei viel zu langen Longdrinks vom 58. Tinder-Peter seine total innovative Idee für einen dystopischen Pandemie-Roman erzählen zu lassen, den er schon halb angefangen in der Schublade liegen hat, lassen wir uns lieber wieder von Freund*innen verkuppeln, um die allergröbsten Ausreißer von vornherein auszuschließen.

Beziehung? Das war einmal

Laut Bundesministerium für Gesundheit heißt es nicht mehr "Beziehung", sondern "jede exklusive Solidargemeinschaft zwischen zwei oder mehr Personen (individuell und nachvollziehbar begründbares besonderes Naheverhältnis), die auf relative Dauer ausgerichtet ist" and I think that's beautiful.

Das "Define the relationship"-Gespräch führen wir derzeit lieber ein bisserl früher als später jetzt, wo wir nicht nur das Herz, sondern auch eine Tröpfcheninfektion riskieren, ist es gut zu wissen, wer mit wem sonst noch so Körperflüssigkeiten austauscht. Wilde Vermutung: Die "Aber mit Kondom spür ich so wenig"-Sager sind die, die das Konzept "Mund-Nasen-Schutz" auch nicht so richtig verstanden haben.

Selbstliebe

Im Zweifelsfall besinnen wir uns einfach wieder auf Verlässliches: Sextoys haben sich noch nie besser verkauft. Und mit den eigenen Händen kann man noch Spannenderes anstellen, als sie zu waschen.

 

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