Warum auch unser Fleischkonsum Schuld am Klimawandel ist

Ein Thema, über das nur ungern gesprochen wird: Die fatalen Folgen der Viehwirtschaft auf unsere Umwelt. Eine Analyse.

Wie können wir den Klimawandel einbremsen? Das war eines der Schwerpunkte der UN-Klimakonferenz in Paris, die im November letzten Jahres stattfand. Das Ziel: Einen Konsens für einheitliche CO2 Emissionsobergrenzen zu finden und diese verbindlich für alle Staaten festzulegen.
Diese Reduktion soll beispielsweise durch geringere Abgaswerte bei Fahrzeugen, Umstellung auf erneuerbare Energien oder bessere Filter in Fabriken erreicht werden.

Aber was hat der Klimawandel mit der Fleischproduktion zu tun?

Es sind aber nicht nur Kraftfahrzeuge, Flugzeuge, Kohlekraftwerke oder Fabriken, die unser Klima und unsere Umwelt in den letzten Jahren nachhaltig zerstört haben.
Ein großer Faktor wurde bisher nämlich kaum erwähnt: der weltweite Fleisch- und Fischkonsum.

Was viele nicht wissen: Die Hälfte der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase ist auf die Viehwirtschaft zurückzuführen (18% durch die Viehhaltung selbst, 11-15% Landwirtschaft, 5-6% für Transportwege, 8-10% Verarbeitung und Verpackung sowie 3% Konservierung und Abfallentsorgung).


Diese Thematik erlangte erst kürzlich mit dem Dokumentationsfilm "Cowspiracy" weltweite Aufmerksamkeit. Der Film, der von Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio produziert wurde, erhielt mehrere anerkannte Filmpreise und wird mittlerweile auch vom Streaming-Anbieter Netflix angeboten.

Der Einfluss der Fleischproduktion auf den Klimawandel in Zahlen

Co2-Ausstoß

  • Viewirtschaft ist weltweit für 18% unserer Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, das ist mehr als die Menge an Abgasen, die alle Transportmittel zusammen ausstoßen. (1)
  • Mindestens 51% der weltweiten Treibhausgase wird von Nutzvieh und deren Nebeneffekten (Produktion und Weiterverabeitung, Landbewirtschaftung, Methan, Abfall, Transport, etc) verursacht. Das sind mindestens 32,000 Mio.Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr. (2)

Wasserverbrauch

  • 5% des Wasserverbrauchs in den USA ist auf private Nutzung zurückzuführen. 55% auf Viehwirtschaft. (3)
  • Viehwirtschaft ist für 20%-33% des weltweiten Frischwasser-Verbrauchs verantwortlich. (4)

Abfall

  • 2,500 Milchkühe produzieren die selbe Menge an Abfallprodukten, wie eine Stadt mit 411 000 Einwohnern. (5)

Regenwald

  • Viehwirtschaft ist für 91% der Regenwald-Zerstörung im Amazonas-Gebiet verantwortlich. (6)

Stichwort: Bewusster leben

Es wäre utopisch, an dieser Stelle zu fordern, dass wir nun alle aufgrund dieser Zahlen zum Veganer werden "müssten".
Viel wichtiger wäre es, sich selbst und den eigenen Fleischkonsum zu hinterfragen und sich der Folgen bewusst zu werden. Nicht nur der ethischen, sondern eben auch der Umweltfolgen.

WWF Österreich veröffentlichte erst kürzlich eine Studie über das Essverhalten der Österreicher und dessen Einfluss auf die Umwelt.

Der (ungesunde) Ernährungsstil jedes Österreichers würde laut der Studie pro Jahr genauso so viele Emissionen verursachen wie eine Autofahrt von Wien nach Peking und zurück.
WWF Österreich

Auch das Gesundheitsministerium empfiehlt ca. 30% weniger Fleisch und sogar 80% weniger Milchprodukte zu sich zu nehmen. Stattdessen solle man mehr auf Getreide und Hülsenfrüchte setzen. Würden diese Empfehlungen befolgt, so das Ministerium, könnten pro Kopf und Jahr 22 % an lebensmittelbedingten Emissionen eingespart werden, wie derStandard.at berichtet.

Quellenauflistung:

1) Fao.org. Spotlight: Livestock impacts on the environment. Initiative LEAD wird finanziert durch Mittel der Weltbank, EU, Außenminsterium Frankreich, Energieministerium Deutschland, Ministerium für internationale Entwicklung Großbritannien, US-Agentur für internationale Entwicklung, Agentur für internationale Entwicklung Schweiz, Agentur für Entwicklung Dänemark,

2) WorldWatch, November/December 2009. Worldwatch Institute, Washington, DC, USA. Pp. 10–19.

3) Jacobson, Michael F. “More and Cleaner Water.” In Six Arguments for a Greener Diet: How a More Plant-based Diet Could save Your Health and the Environment. Washington, DC: Center for Science in the Public Interest, 2006.

4) PNAS, Vol. 110: Biomass use, production, feed efficiencies, and greenhouse gas emissions from global livestock systems

5) “Risk Assessment Evaluation for Concentrated Animal Feeding Operations.” U.S. Environmental Protection Agency – Office of Research and Development. 2004.

6) Welt Bank: World Bank. "Causes of Deforestation of the Brazilian Amazon”

Weitere Fakten inkl. Quellen auf cowspiracy.com/facts.

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