Wann muss ich eine Maske tragen?

Am Montag verkündete die Regierung: Das Tragen von Masken ist ab 6.4.2020 in Österreichs Supermärkten zur Pflicht - vieles ist aber noch unklar. Was wir bisher wissen im Überblick.

Frau trägt Mund-Nasen-Schutzmaske

Die wichtigsten Fakten und Infos zum Tragen von Atemschutzmasken beim Einkaufen

Wo muss ich eine Maske tragen?
Die Ankündigung der Bundesregierung, wonach für Supermärkte ab Mittwoch die Verpflichtung besteht, Schutzmasken an Kund*innen auszugeben, wurde inzwischen in einem Erlass konkretisiert: Ab heute müssen Masken in Supermärkten, Drogerien und Drogeriemärkten getragen werden – sofern genügend Material vorhanden ist. Mit kommendem Montag, dem 6.4., wird es verpflichtend. Das gilt jedoch nur für Geschäfte mit einem Kundenbereich ab 400 Quadratmetern.

Um welche Masken handelt es sich dabei?
Es handelt sich um Mund-Nasen-Schutzmasken. Diese sind von Partikel filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken) zu unterschieden. Im Gegensatz zu FFP-Masken, bieten Mund-Nasen-Schutzmasken keinen Schutz vor einer eigenen Ansteckung. Sie können aber verhindern, dass Infizierte die Krankheit durch Husten oder Niesen weitergeben. Es ist wichtig, dass Privatpersonen keine FFP-Masken kaufen – denn sie müssen für medizinisches Personal und Pflegepersonal ausreichend zur Verfügung stehen.

Wer wird die Masken bereitstellen?
Die Masken müssen von den Supermärkten für die Konsumenten kostenlos bereitgestellt werden. Wenn das heute noch nicht der Fall ist, dürfen Kund*innen bis 6.4. auch ohne Mund-Nasen-Schutzmasken einkaufen gehen.

Wie wird die Verteilung der Masken ablaufen?
Der Standard berichtet, dass Supermärkte die Verteilung unterschiedlich handhaben. Bei Spar werden die Masken von Angestellten am Eingang einzeln an Kund*innen ausgeben, auch Rewe handhabt das so. Bei Hofer holen sich Kund*innen die Masken an der Kassa ab. Es soll immer nur eine Maske pro Kund*in ausgehändigt werden.

Was mache ich mit den Masken nach dem Einkauf?
Das ist derzeit noch unklar. Grundsätzlich sollte die Maske nach einer Tragezeit von etwa drei bis vier Stunden oder bei Durchfeuchtung durch einen neuen Schutz ersetzt werden. Bei den Masken, die von den Supermärkten ausgeben werden, handelt es sich um Einwegmasken. Sie sollten nach einmaligen Tragen eigentlich entsorgt werden. Angesichts eines Engpasses an Masken bitten einige Supermarktketten ihre Kund*innen aber, die Masken mit nachhause zu nehmen und wiederzuverwenden. Anders sieht das der Vizerektor der Med-Uni Wien Oswald Wagner. Er rief im Ö1-Mittagsjournal ausdrücklich dazu auf, die Masken nur einmal zu verwenden. Die Regierung hat sich dazu bisher noch nicht geäußert. Das betrifft auch die Frage, ob es für die Masken eine eigene Entsorgungslogistik in den Supermärkten
geben wird.

Worauf muss ich beim Tragen einer Maske achten?
Mund-Nasen-Schutzmasken können die Verbreitung des Virus nur eindämmen, wenn sie richtig angewendet werden. Bei falscher Anwendung gibt es laut der WHO ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Träger*innen – zum Beispiel, wenn man sich durch das Tragen der Maske öfters ins Gesicht greift. Es gilt daher Folgendes zu beachten: Jeder soll eine eigene Maske verwenden und sie nicht mit anderen teilen. Vor dem Aufsetzen der Maske Hände gründlich waschen. Die Maske nur an den Bändern angreifen, nie vorne. Ist die Maske aufgesetzt, soll sie konsequent oben behalten und (nicht etwa um den Hals baumeln lassen) und nicht berührt werden. Vor dem Abnehmen gilt es erneut die Hände gründlich zu waschen. Ob das auch im Supermarkt funktioniert, wenn Kund*innen die Masken erst bei Betreten des Geschäfts aufsetzen, bleibt fraglich.

Expert*innen stellen außerdem klar: Die Maske ist kein Ersatz für andere Maßnahmen. Es ist weiterhin wichtig, sich regelmäßig die Hände zu waschen und einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen einzuhalten.

Kann ich auch eine selbstgemachte Masken tragen?
Ja. Wirtschaftsministerien Margarete Scharmböck sagte im ZIB-Interview, dass Supermärkte auch mit einem Tuch oder Schal vor Mund und Nase oder selbstgemachten Masken betreten werden dürfen. Der Handelsverband bittet darum, nur dann Masken zu beziehen, wenn man noch keine besitzt.

Worauf muss ich bei selbstgemachten Masken achten?
Wie gut eine Maske das Risiko der Weiterverbreitung des Virus eindämmt, hängt von der Durchlässigkeit des Gewebes und vom Sitz der Maske ab. Empfohlen werden feste Stoffe aus Naturfasern, wie Baumwolle, die mindestens zweilagig vernäht sind und mit Vlies verstärkt werden. Außerdem sollten genähte Maske bei 60 Grad waschbar sein.
Burda hat zwei kostenfreie Nähanleitungen für Mund-Nasen-Schutzmasken auf Website veröffentlicht. Die Anleitung findest du hier.

Kann ich Masken aus Stoff wiederverwenden?
Ja, wenn sie bei 60 Grad waschbar sind. Auch hier gilt: Nach einer Tragezeit von etwa drei bis vier Stunden oder bei Durchfeuchtung, sollte die Stoffmaske ersetzt werden. Gebrauchte Masken sollen nicht offen herumliegen und müssen nach dem Waschen gut trocknen.

Wo kann ich wiederverwendbare Masken bestellen?
Viele gemeinnützige Unternehmen haben Mund-Nasen-Schutzmasken nun in ihre Produktion aufgenommen. Hier findest du einige Adressen:

Hier kann man Atemschutzmasken aus Stoff bestellen

garabage - Upcycling Design
„Wiener“ Schutzmasken mit Dialektbegriffen aus alten Bettwäschebezügen, 90 Grad waschbar

lebmit & bunttex
Der Sozialökonomische Betrieb aus Niederösterreich ist auch gerade dabei, in der Näherei auf Maskenproduktion umzustellen.

4everyoung/gute dinge
Das Soziale Unternehmen aus Kärnten bietet nicht nur sondern auch Behelfsmasken (aus 100 % Baumwolle oder Leinen, mit Drahtverstärkung, waschbar 60 bzw 90 Grad, weiß oder bunt), sondern auch praktische Einkaufswagenschutz-Abdeckungen aus LKW-Planen an.

DLG Weiz
Die gemeinnützige Dienstleistungsgesellschaft der Region Weiz produziert Schutzmasken

Stoff.werk.graz
Gemeinnütziges Unternehmen der Caritas in Graz

Die Onlineshop-Fibel der Wochenzeitung Falter listet weitere Unternehmen, die Mund-Nasen-Schutzmasken herstellen.

 

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