Wann ist die glücklichste Zeit unseres Lebens?

Mit 25? Oder doch erst 33 Jahren? Oder mit 50, im sogenannten "Zweiten Frühling"? Die Forschung hat versucht, jenes Lebensalter zu bestimmen, in dem wir uns am wohlsten fühlen.


In einer Analyse von internationalen Daten, die vergangene Woche von The Lancet veröffentlicht wurde, haben es Forscher geschafft, die "glücklichste Zeit unseres Lebens zu definieren. Wichtigste Erkenntnis: Unser Glück hängt am stärksten von Geschlecht und Heimatland ab.

Mitte 40 am unglücklichsten

Die Daten beinhalten Informationen einer in 160 Ländern durchgeführten Gallup-Umfrage sowie Resultate der English Longitudinal Study of Ageing, einer Langzeitstudie über das Altern. Die Ergebnisse zeigten, dass unser Glück sich über die Zeit verändert, und zwar abhängig vom Land, in dem wir leben. Ein Beispiel: Gut verdienende Menschen in englischsprachigen Ländern wie den USA zeigen eine beständige U-Kurve in ihrem Wohlbefinden, also ein Glücks-Level, das rund um den 30. Geburtstag sinkt, Mitte 40 sein Tief erreicht und ab dem 50. Lebensjahr wieder steigt. Aber diese Kurve ist nicht universell oder international: Menschen in Osteuropa, Lateinamerika oder der Karibik zeigen einen Abwärtstrend, je älter sie werden, desto unglücklicher werden sie auch.

Frauen sind früher glücklich als Männer

Aber warum ist der Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Alter so unterschiedlich? Ein Grund ist der unterschiedliche Zugang zu medizinischer und Altersversorgung. Aber ein wichtiger Faktor ist auch das Geschlecht: Frauen starten glücklicher ins Erwachsenenleben als Männer, aber werden mit zunehmendem Alter unglücklicher. Um diese Information zu filtern, haben die Forscher Umfrageergebnisse zum Thema Hoffnung aus den Jahren 1978 bis 2003 mit jenen zum Thema Glück aus den Jahren 1972 bis 2005 zusammengeführt.
Das Resultat: Während Frauen ihre familiären und materiellen Ziele (wie etwa, eine Familie zu gründen oder sich ein Auto leisten zu können) schon früh in ihrem Leben erreichen, erfüllen sich Männer diese Träume zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Autoren der Studie nehmen an, dass diese Tatsache und jene, dass Frauen früher als Männer heiraten, mit dieser Stufe in den geschlechterspezifischen Glück-Levels zusammenhängt.

Geld macht (nicht ganz) glücklich

Geld ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Natürlich, mit Geld kann man nicht alles kaufen, aber es zu haben, schadet auch nicht. Das persönliche Lebensglück hängt jedoch nur bedingt davon ab: Eine Studie aus dem Jahr 2010 hat gezeigt, dass ein hohes Gehalt nur bis zu einem gewissen Grad die persönliche Zufriedenheit beeinflussen kann. Ist dieses Level überschritten, wirkt sich jede weitere Gehaltserhöhung nicht mehr auf den Glückszustand aus.


Das Fazit: Wir sind am glücklichsten, wenn wir das, was wir uns vom Leben wünschen, bekommen – und zwar auf der materiellen Ebene genauso wie auf der emotionalen, körperlichen und geistigen. Aber wir können all diese Wünsche zu jeder Zeit unseres Lebens erreichen – und sie genauso jederzeit ändern und adaptieren. Die glücklichste Zeit unseres Lebens ist dann wohl jene, in der wir realisieren, was uns glücklich macht. Und einfach danach leben.

 

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