Vöslauer-Spot mit Sienna Miller

Die britische Schauspielerin Sienna Miller ist das neue Gesicht für Vöslauer. Die WIENERIN war in London beim Shooting dabei und hat vom ehemaligen It-Girl Erstaunliches erfahren - über Schokolade, Kinder und ihren wavy Bob.

Du meine Güte, die ist aber gelenkig! Ich sitze im Barbican-Center in London, und angesichts der Verrenkungen, die ich hier sehe, denke ich kurz über menschliche Knochen und deren Belastbarkeit nach. Draußen genießt ganz London seine ersten warmen Frühlingstage, drinnen wird ein TV-Spot gedreht, bei dem es um sehr ambitioniertes Yoga geht. Auftraggeber: Vöslauer.

Sienna Miller beim Vöslauer-Shooting

Energiebündel

Der österreichische Mineralwasser-Marktführer hat ein neues Kampagnen-Gesicht gefunden: Sienna Miller. Sie verbiegt sich gerade auf der Yoga-Matte. Die britisch-amerikanische Schauspielerin folgt Keira Knightley (übrigens eine ihrer besten Freundinnen). Sienna Miller (33) ist aber nicht nur das neue Vöslauer-Gesicht, das 1,65 Meter große Energiebündel erlebt gerade eine berufliche Wiedergeburt. Früher Dauergast in den Klatschspalten, spielt sie heuer und 2016 in insgesamt acht Filmproduktionen – darunter Highlights wie Clint Eastwoods American Sniper, der für sechs Oscars nominiert war. Was mich interessiert: Gibt es Sienna, das It- und Style-Girl, noch? Oder hat ihre Tochter Marlowe wirklich alles verändert? Und wie denkt die Promi-Mama über Österreich, Kinder-Erziehung und Kompromisse?

Sienna, Sie haben mit Ihrem „Wavy Bob“ gerade so etwas wie einen neuen Haartrend kreiert. Sieht cool aus, wenn er schön gestylt ist. Was aber macht man an einem Bad-Hair-Day?
Also ich dreh mir die Haare dann immer hoch. Was auch geht, sind Sonnenbrillen im Haar. Oder ganz anders: Hut drauf. Das wirkt immer.


Wir sind hier in London, Sie drehen die Spots für Vöslauer. Österreich ist ja eines der wasserreichsten Länder Europas, aus den meisten Flüssen und Seen kann man hier einfach so trinken. Und das Vöslauer-Wasser kommt aus einer 15.000 Jahre alten Quelle ...
Wirklich? Das ist ja erstaunlich.


Ja, das ist es tatsächlich. Welchen Zugang haben Sie denn zu Wasser?
Also, natürlich weiß ich, dass Wasser extrem gesund ist, deshalb versuche ich genug zu trinken. Nicht immer gelingt mir das. Aber ich starte meinen Tag mit einem großen Glas.


Waren Sie eigentlich schon einmal in Österreich?
Ja, ein Mal. Das war vor drei Jahren bei einem Theaterfestival. Es war toll. Ich hab ja nur Wien gesehen, aber was mich fasziniert, ist die Architektur und die Geschichte, die man hier spürt. Und: die Musik.

Ihre Freundin Keira Knightley war das Vöslauer-Gesicht vor Ihnen. Hat Keira Sie von der Marke überzeugt?
Ich hab natürlich mit ihr gesprochen und sie war von der Marke und dem Unternehmen sehr angetan.

Sienna Miller in London

Beruflich geht Ihre Karriere gerade durch die Decke. 2015/2016 sind Sie in insgesamt acht Filmproduktionen zu sehen. American Sniper war zuletzt sechsfach Oscar-nominiert. Was war denn ausschlaggebend für dieses Comeback?
Tja, ich bekam eine Tochter und ich machte eine Pause, um Mama zu werden. Ich hatte also keine Strategie, aber natürlich bin ich durch dieses Kind fokussierter geworden. Was aber sicher dazu kam, war einfach Glück. Ich meine, ich habe mein Bewerbungsvideo für Foxcatcher in meiner Küche gedreht und die Rolle gekriegt ...


Die Geburt Ihrer Tochter hat Ihnen also die notwendige Energie gegeben?
Oh, nein, nein (lacht). Ein Baby zu haben, ist in erster Linie ermüdend. Aber ein Baby ordnet dein Leben neu und ich hab mir gedacht: Wenn ich schon arbeiten gehe und nicht Zeit mit meiner Tochter verbringen darf, dann möchte ich, dass sie auf das, was ich mache, stolz sein kann. Und ich auch.


Sie hat Ihre Perspektive verändert?
Ja, das sicher. Vielleicht bin ich auch durch sie erwachsen geworden. Bevor es Marlowe gab, war ich ein bisschen abgelenkt vom Leben insgesamt. Und dann hatte ich plötzlich ein Baby und war quasi Tag und Nacht nur müde. Aber: Ich war trotzdem fokussiert – gar nicht mehr so abgelenkt ...


Wie bringen Sie denn Ihren Beruf und Ihre Tochter unter einen Hut?
Tja, es ist ein harter Kompromiss –wie übrigens bei jeder Mutter, denke ich. Das Tolle an meinem Job ist, dass sie mich oft begleiten kann. Jetzt ist sie noch so jung und noch nicht im Schulsystem „gefangen“, wo man nur die Ferien hat. Aber sie kann auch nicht immer mit – na ja, es ist ein Kompromiss.


Marlowe wird im Juli drei Jahre alt. Das ist ein sehr nettes Alter, oder?
Oh ja, sie kann mit mir schon über alles sprechen. Aber sie kann natürlich auch sagen: „Oh, nein, Mami, geh nicht weg, geh nicht!!“ Das war früher leichter, als man sie einfach in guten Händen wusste und gehen konnte. Jetzt bricht es mir jedes Mal das Herz ...


Oh, das klingt echt hart ... Sie leben ja großteils am Land. Sind Sie, seit Marlowe auf der Welt ist, auch etwas geerdeter geworden?
Nein, ich habe mich hier nicht verändert, ich hatte immer schon eine ganz gute Erdung, denke ich. Aber früher hatte ich eben keine Verantwortung. Ich konnte ausgehen, wann ich wollte, war auch sicher öfter in London als auf dem Cottage.


Haben Sie Verbote in der Erziehung von Marlowe?
Bis sie zwei Jahre alt war, hat sie keine Fruchtsäfte bekommen. Aber jetzt habe ich mich entspannt. Ich esse Eis, warum soll sie das nicht auch tun? Ich finde, die Welt ist hart genug, die Kinder sollen Kinder sein. Zu Ostern etwa hat sie sicher mehr Schokolade gegessen als je ein Kind zuvor. Aber es war eben Ostern. Das Einzige, wo ich streng bin, sind Computer. Sie darf kein iPad haben und auch nur selten Filme sehen. Und was gar nicht geht, ist einfach nur irgendein Programm im TV zu sehen.


Und das funktioniert?
Ja. Also meistens. Na ja, ganz ehrlich, wenn ich mit ihr alleine im Auto fahre und sie quengelt unaufhörlich, dann geb ich ihr schon auch mal mein Handy zum Spielen und sie beherrscht das Ding, als hätte sie nie was anderes gemacht – erschütternd! Ich versuche aber auf der anderen Seite, mit ihr Bücher zu lesen, ihr Geschichten zu erzählen, mit ihr zu malen, also ganz traditionelle Dinge zu machen. Das mag sie nämlich mindestens genauso.

 

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