Von Männern und Vätern

Was ist nur mit den Männern los? Wo stehen sie zwischen der Rolle des starken Geschlechts und der des liebevollen, gleichberechtigten Vaters? Martin Prinz und Andreas Pichler haben sich auf eine filmische Suche nach dem Status Quo begeben.

Der Regisseur Andreas Pichler und der Autor Martin Prinz haben sich für „Von Männern und Vätern“ die Welt den Alpenraum ausgesucht: Zwischen Wien und Bayern, von der Steiermark und Südtirol bis nach Bern haben sie sich mit unterschiedlichen Männern unterhalten, um eine Antwort auf eine äußerst komplexe Frage zu finden: Was ist mit den Männern los?

Männer in Tracht mit Kindern auf dem Arm

Die heutige Männer- und Vätergeneration hat die Folgen der Weltkriege und der damit verbundenen Traumata hinter sich gelassen, zutiefst patriarchalische Rollenbilder scheinen überwunden zu sein. Und doch steckt hinter dieser offensichtlichen Freiheit für die Protagonisten des Dokumentarfilmes auch ein wenig Verlorensein: Was möchte man als Mann darstellen? Wie erfolgreich, stark, reich muss ein Mann sein? Was will man als Vater seinen Kindern mitgeben, wie erzieht man, wie definiert jeder für sich die Rolle des Familienvaters in immer flexibleren Familienmodellen? Wie viel Gefühl darf das starke Geschlecht zeigen?

Andreas Pichler und Martin Prinz, beide Mitte 40 und selbst Väter, haben sich deshalb viel Zeit für ihre Gesprächspartner genommen und sie mehrere Tage in ihrem Leben begleitet: Den Ort für die Interviews suchten sich die Männer dafür selbst aus. Ein wesentlicher Punkt, erklärt Martin Prinz: „Natürlich war es wichtig, dass sich unsere Protagonisten wohl fühlen. Wesentlich war es auch, die Männer dann in ihrem Umfeld zu zeigen, wenn sie nichts sagen - das erzählt meist noch mehr.“

Vom Psychologen, der in der Freizeit in den Boxring steigt, über den Erbhof-Bauern und Jäger, einen Survival-Künstler im Wald bis zum Wingsuit-Springer, der die absolute Freiheit lebt: Alle Protagonisten versuchen, ihre Rolle für sich neu zu definieren. Und kommen dabei unweigerlich nicht an der des eigenen Vaters vorbei. „Bei diesem Thema sprachen die Männer oft am freiesten, klangen unverstellter. Da geht es um Unterschiede, um die eigenen Kinder, darum, seine eigene Position zu greifen. Und natürlich kommt es da zu Widersprüchen: Wenn der Bauer erzählt, welcher Druck auf ihm als einziger Sohn und Hoferbe lag, und sich gleichzeitig natürlich über seinen ersten Sohn auf ganz besondere Weise gefreut hat. Das war eine Erkenntnis während unserer Arbeit: Man kann nicht so einfach aus seiner Haut heraus.“

Dokumentarfilm 52 Min, 2016
Buch & Regie: Andreas Pichler, Martin Prinz
Echo Film in Koproduktion mit Geyrhalter Filmproduktion Wien

Sendetermin im ORF am Vatertag, 12. Juni 2016, um 23.25 Uhr in ORF2.

Der Film ist außerdem über die 3sat mediathek abrufbar.

 

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