Vogue macht Models zu Behinderten - und löst Shitstorm aus

Anlässlich der Paralympics hat sich die Modezeitschrift "Vogue Brasil" eine fragwürdige Fotokampagne ausgedacht.

Die Paralympischen Sommerspiele werden vom 7. bis 18. September 2016 in Rio de Janeiro ausgetragen. Um die Paralympics zu bewerben, hat die brasilianische "Vogue" jedoch eine fragwürdige Methode gefunden: sie zeigt Models, denen per Photoshop entweder Arme amputiert oder Prothesen hinzugefügt wurden.

Dem Model Cleo Pires wurde per Mausklick der rechte Arm elektronisch entfernt, ihr Kollege Paulo Vilhena steht, statt auf zwei Beinen nur auf dem Linken. Am rechten Bein trägt er eine retuschierte Prothese. Dazu schreibt die „Vogue“: „Wir sind alle Paralympics-Teilnehmer“.

Das sehen jedoch nicht alle so - vor allem nicht jene Menschen, die tatsächlich eine Behinderung haben. Der fehlende Arm und die Beinprothese wurden zwar von zwei echten Paralympics-Teilnehmern, den Brasilianern Renate Leite und Bruna Alexandre per Photoshop retuschiert, dennoch hagelt es Kritik an der Modezeitschrift.

Menschen mit Behinderung werden viel zu selten in den Medien repräsentiert


Denn die offensichtliche Frage ist: warum hat man nicht einfach echte Paralympics-TeilnehmerInnen fotografiert anstatt eine Behinderung zu inszenieren? Schließlich seien behinderte Menschen sowieso stark unterrepräsentiert in den Medien, lautet die Kritik.

Ein Sprecher des Magazins reagierte schließlich und sagte, man respektiere die Meinung von Lesern, die mit der Kampagne nicht einverstanden seien. Die Kampagne sei zudem von einer PR-Agentur erstellt worden, nicht von der "Vogue" selber.

 

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