Vier von zehn ViertklässlerInnen können nicht sinnerfassend lesen

Im Mai 2015 wurden die Kompetenzen der SchülerInnen im Fach Deutsch auf der 4. Schulstufe unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind erschreckend.

Insgesamt wurden bei der Standardüberprüfung gut 75.000 SchülerInnen aus fast 3000 Volksschulen getestet. Dazu wurden flächendeckend schriftliche Kompetenzmessungen in den Bereichen Leseverständnis, Rechtschreiben, Hörverstehen, Verfassen von Texten und Sprachbetrachtung durchgeführt sowie an einer Stichprobe die Kompetenzen im Sprechen erfasst.

Das Ergebnis: Nur sechs von zehn SchülerInnen der vierten Volksschulklasse können einen deutschsprachigen Text sinnerfassend lesen. 25 Prozent der Kinder erreichen die Standards teilweise und verfügen ausschließlich über elementare Lesefähigkeiten.

Dabei gehen die Kids gerne zur Schule, wie die Ergebnisse zum Wohlfühlfaktor zeigen: 36 Prozent gehen sehr gern, 34 Prozent gern in die Schule.

Mädchen schneiden in Deutsch besser ab


Die Mädchen schneiden im Fach Deutsch insgesamt etwas besser ab als die Buben, wobei die Mittelwertunterschiede im Bereich der Mündlichkeit (Hören und Sprechen) eher klein ausfallen (10 bzw. 14 Punkte zugunsten der Mädchen) und im Bereich geschriebener Sprache deutlich größer werden (bis zu 33 Punkte Vorteil für Mädchen in Rechtschreiben). Die Ergebnisse von Buben sind also zwischen durchschnittlich 25 und 33 Punkten schlechter als die von Mädchen.

Die Ergebnisse der 9 Bundesländer fallen relativ ähnlich aus. Im Schnitt erreichen die Schüler/innen aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg die meisten Punkte, während Wien und Vorarlberg unter dem Österreich-Schnitt liegen.

Es gibt in allen Kompetenzbereichen einen starken Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und den Leistungen ihrer 10-jährigen Kinder. Am stärksten kommt dieser beim Lesen zum Ausdruck. Das heißt: Bildung kann tatsächlich "vererbt" werden.

Die Ergebnisse im Überblick: HIER.

 

Aktuell