Video-Bewerbung

Bewerbungsvideos sind der neue Weg, um aus der Masse der Job-Bewerbern herauszustechen. Wir sagen Ihnen, wie Ihr persönlicher Clip zum Hit wird.

Videoclips sind wie ein Bewerbungsgespräch - nur ohne Zwischenfragen - und das neueste Tool bei der Jobsuche. Wer sich auch per Video präsentiert, wirkt modern, kreativ und selbstbewusst und macht neugierig auf sich. Ihr potenzieller neuer Boss kann sich schon mal ein Bild davon machen, ob Sie prinzipiell ins Team passen. Und Sie ersparen sich im Falle eines Neins die Anfahrt. Eine Win-win-Situation.
Also wagen Sie sich vor die Kamera - aber richtig. Denn besser als ein schlechtes Bewerbungsvideo ist gar kein Video. Hier der Crashkurs für den perfekten Clip:

1. Die Basics
Das Video ist die Kirsche auf der Torte, die aus Ihren klassischen Bewerbungsunterlagen besteht. Denken Sie immer daran: Sie wollen mit Ihrem Video erreichen, zu einem persönlichen Termin eingeladen zu werden. Und hier lauert der Hund: Wenn Ihr Video nämlich nicht authentisch war, werden Sie in Runde zwei des Bewerbungsringkampfs ausgeknockt. Stichwort: Enttäuschung. Bleiben Sie also Sie selbst.

2. Der Aufbau
Das „Drehbuch" für den Clip ergibt sich aus der Länge des Videos. Länger als anderthalb Minuten sollte es nämlich nicht dauern. Entscheidend für den Erfolg sind die ersten zehn Sekunden. In der Wirtschaft spricht man von einem sogenannten „Elevator Pitch" - Sie müssen es schaffen, Ihr Gegenüber während einer Aufzugsfahrt von sich oder Ihrer Idee zu überzeugen. Genauso ist es mit Ihrem Video: Machen Sie in den ersten Sekunden klar, wer Sie sind, was Sie machen und was Sie wollen.

3. Der Inhalt
Halten Sie Ihren Clip allgemein, bewerben Sie sich darin nicht für einen ganz konkreten Job, sonst können Sie ihn nicht weiterverwenden. Gestalten Sie Infos über Ausbildung und Werdegang etwas persönlicher, berichten Sie von Ihren Stärken und Vorlieben und davon, was Sie noch erreichen wollen. Trick 17: Gut kopiert ist besser als schlecht erfunden. Schauen Sie sich andere Bewerbungsvideos im Netz an (Suchbegriff „Video-Bewerbung") und adaptieren Sie gute Einfälle.

4. Bewegen vor der Kamera
Die Wirkung Ihrer Worte wird nur zu sieben Prozent vom Inhalt beeinflusst, 50 Prozent machen Gestik und Mimik aus! Die ideale Haltung: aufrecht stehen, Beine leicht auseinander, Schultern gerade, Hände locker ineinander legen oder eine Hand runterhängen lassen und mit der anderen ein paar unterstreichende Gesten machen. Und: lächeln! Üben Sie ruhig vor dem Spiegel, das Lächeln brauchen Sie ohnehin noch - für den Folgetermin. Was dagegen gar nicht gut kommt, sind verschränkte Arme, überschlagene Beine oder verknotete Hände.
Kleiden Sie sich so, wie Sie auch zum Bewerbungsgespräch gehen würden, tragen Sie dezentes Make-up und Puder, damit nichts glänzt. Die Kamera sollte übrigens auf Augenhöhe ausgerichtet sein.

Mehr Tipps finden Sie auf Seite 2.

- Achten Sie auf eine möglichst gute Aufnahmequalität

- Sprechen Sie deutlich und vermeiden Sie Hintergrundgeräusche

- Wählen Sie einen Hintergrund, der zu Ihrem Beruf passt

- Drehen Sie mehrere Versionen des Videos, so können Sie die beste auswählen

5. Vor der Kamera sprechen
40 Prozent Ihrer Wirkung hängen von der Stimme ab, also von Tonfall, Betonung und Artikulation. Sprechen Sie Hochdeutsch, lassen Sie aber durchaus Ihren Heimatakzent durchklingen, wenn Sie sich nicht gerade als TV-Sprecherin bewerben. Auch wenn's nervt: Lernen Sie Ihre Sätze häppchenweise auswendig. Wenn Sie stolpern: umformulieren. Sprechen ist immer anders als lesen. Formulieren Sie also kurze Sätze. Bitten Sie eine Freundin, sich als „Ansprechperson" hinter der Kamera zu postieren.

6. Licht & Schattenseiten
Als Hintergrund ist eine neutrale Wand besser als ein verwirrendes Chaos. Es soll ja nichts von Ihnen ablenken. Beste Variante: am Schreibtisch zu Hause oder (für Jobanfänger) vor der letzten Ausbildungsstätte. Achten Sie auch auf die Ausleuchtung: Machen Sie unbedingt eine Lichtprobe. „Verhör-Scheinwerfer" und böse Schatten im Gesicht sind tabu. Für Außenaufnahmen gilt: Ideale Lichtverhältnisse herrschen nur bei Wolkenwetter.

7. Das darf´s kosten
Videoschnittprogramme gibt's bei den meisten PCs im Basispaket. Als Anfängerin sollten Sie jedoch bitte nicht selbst drauflosschnipseln! Fragen Sie besser Bekannte, die schon Erfahrung mit Videoschnitt haben. Zur Not lassen Sie halt den Profi ran: Das Basispaket (Vorbereitung, Aufnahmen, Schnitt, Gestaltung) gibt es schon ab 100 Euro.
Der Mittelweg: Sie filmen sich selbst und schicken das Material zum Videoproduzenten für Schnitt (und eventuelle „Startmelodie"). Das kostet in der Regel ab 50 Euro. Wenn Sie einen Profi-Videoproduzenten engagieren, schauen Sie sich vorher dessen Beispiel-Videos an, um zu sehen, ob das Angebot Ihren Vorstellungen entspricht.

8. So kommt ihr Video an
Legen Sie Ihren Bewerbungsunterlagen Ihre Video-CD bei. Sie können es auch bei YouTube hochladen - was vor allem bei E-Mail-Bewerbungen praktisch ist, weil Sie nur den Link setzen müssen. Achtung: Geben Sie Ihrem YouTube-Video einen Titel, der aus einer ungewöhnlichen Ziffern-Kombination besteht. So vermeiden Sie, dass alle Welt versehentlich darüber stolpert. Deaktivieren Sie auch die Kommentar-Funktion. Es sieht nicht gut aus, wenn ein User postet: „Geile Titten, Oide!", oder, noch schlimmer, Verleumdungen wie „Die ist bei uns wegen Diebstahls rausgeflogen!". Und: Nehmen Sie den Clip nach der Bewerbungsphase wieder aus dem Netz.

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