Verzicht auf Milch birgt Risiken für Schwangere

Nicht nur bei laktoseintoleranten Menschen stehen Milchersatz-Produkte wie Soja-, Reis- oder Haselnussmilch derzeit hoch im Kurs. Das könnte zu ernsthaften Folgen führen, fürchten ExpertInnen in einer neuen Studie.

Denn, was viele nicht wissen: Milch liefert nicht nur die wichtigen Nährstoffe Vitamin D, B12 oder Calcium, sondern auch Iod. Ein Mineralstoff, der besonders für Schwangere besonders wichtig ist und während der Schwangerschaft nicht vernachlässigt werden sollte. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO auf ihrer Website erklärt, zählt Iodmangel zu den häufigsten Ursachen von Hirnschäden.

Milchalternativen liefern viel zu wenig Iod

Wie eine Studie der University of Surrey von insgesamt 47 Milch-Alternativen herausfand, ist der Iodgehalt bei Haselnuss-, Reis-, Hafermilch und Co. deutlich niedriger, als bei herkömmlicher Kuhmilch.

Die ForscherInnen erklären gegenüber dem britischen Independent, warum der niedrige Iod-Gehalt in diesen Ersatz-Getränken besonders für Schwangere ein Problem darstellt: "Ein Glas von Milchalternativen-Getränken enthält nur 2 Mikrogramm Iod und damit eine viel zu kleine Menge für den Bedarf eines Erwachsenen, der bei ca. 150 Mikrogramm liegt". Bei Schwangeren liegt der Bedarf sogar noch höher: Hier werden bis zu 200 Mikrogramm täglich empfohlen.

Das Iod-Konzentrationlevel der laktosefreien Getränke lag laut den WissenschaftlerInnen bei zwei Prozent dessen, was in der Kuhmilch gemessen wurde.

Alternative Iod-Lieferanten

Da bei den meisten BritInnen der Iod-Bedarf bisher mehrheitlich über Milch gedeckt wurde, empfehlen die ExpertInnen daher allen Laktoseintoleranten, VegetarierInnen und VeganerInnen bei einem Milchverzicht ihren Iod-Bedarf über andere Lebensmittel zu decken, um keinen Mangel zu erleiden und damit potenziell ihr ungeborenes Kind zu gefährden.

Zu guten alternativen Iod-Lieferanten zählen etwa Fisch, Eier, Nüsse, Fleisch, Brot oder Seetang.

 

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