Verzeihen

In einer gut funktionierenden Beziehung ist es wichtig, dem Partner verzeihen zu können. Seien es große Streitereien oder seine kleinen Macken, Verzeihen ist gesund für Ihre Partnerschaft und Ihre Psyche.

Der ideale Fall wäre natürlich, wenn gar nicht erst Vorgänge passieren, die eine Verzeihung erfordern. Ganz zu vermeiden ist das jedoch kaum, denn jeder hat seine Fehler, schlechten Tage und gereizten Stimmungen. Deswegen ist es vor allem in einer gut funktionierenden Beziehung wichtig, verzeihen zu können, einmal nachzulassen und ein Auge zu zu drücken. Wichtig sind hier vor allem Ehrlichkeit und Offenheit von beiden Seiten, denn jedem können Fehler passieren - wir sind alle nur Menschen. Eine starke Beziehung zeichnet hier vielmehr aus, wie mit diesen Tiefschlägen umgegangen wird.

Verzeihliches und Unverzeihliches

Natürlich muss man hier grundlegend unterscheiden: Es gibt Dinge oder Situationen, wo man zwar verletzt ist, eigentlich kein gröberer Schaden in der Beziehung verursacht worden ist und eigentlich nur der eigene Stolz im Weg steht, um zu verzeihen.

Verzeihen hat Grenzen und alles immer wieder zu verzeihen ist genauso schädlich wie nie zu verzeihen. Körperliche, seelische und verbale Gewalt sollte genauso wie Untreue nur in seltensten Fällen verziehen werden. Damit wurde nämlich eine Linie überschritten, die nie wieder zurückgesetzt werden kann. Sollte soetwas noch häufiger als ein Mal vorkommen, gibt es überhaupt keinen Grund darüber nachzudenken, ob diese Taten verzeihlich sind und ob Sie darüber hinweg kommen. Dies ständig zu verzeihen ist ein Zeichen von Unterlegenheit und einer Opferhaltung, die den anderen sogar anstachelt. Ein immer wieder gedemütigter Mensch braucht dagegen Hilfe, damit er nicht mehr verzeiht.

So verzeiht man leichter

Selbstkritik, das Lernen durch Fehler und das Lernen durch den Partner und Einfühlung in den Partner erleichtert Verzeihen. Des Weiteren sind zeitlicher und räumlicher Abstand zum verletzenden Partner, Kenntnisse der Beweggründe für das Handeln des Anderen und dessen Lebensgeschichte wichtige Faktoren, die den Prozess beschleunigen und erleichtern. Außerdem ist oft das Problem: Der eigene Stolz. Seien Sie sich bewusst, dass Sie diesen ab und zu ablegen müssen, damit die Beziehung stark bleibt und gut funktionieren kann.

Verzeihen ist gesund

Anstatt den Hintergründen auf die Spur zu gehen oder ein klärendes Gespräch zu suchen, reagieren die meisten oft mit Trotz, Schweigen oder Starrsinn auf etwaige Verletzungen. Doch genau dieses Verhalten schadet Ihnen mehr als dem eigentlichen Verursacher, den Sie bewusst oder unbewusst damit strafen möchten. Eine unverarbeitete Kränkung kann beispielsweise zu Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Depressionen führen.

Der Psychiater James Carson von der Duke University in North Carolina bestätigt in seiner Studie, dass Verzeihen keineswegs ein selbstloser Akt sei, sondern vor chronischen Schmerzen schütze. Also sollten Sie lernen zu verzeihen, nicht nur Ihrer Beziehung wegen, sodern auch für Ihre Gesundheit.

Verzeiht man etwas, so sollte dieses der Abschluss eines Vorganges sein, und zwar endgültig. Statt lange Zeit auf einer Sache herumzukauen, sollte man sich darauf besinnen, das Vertrauen zum Partner neu aufzubauen.
 

Aktuell