Verwirrt, müde, überfordert: Ist das diese Quarter Life Crisis von der alle reden?

Eigentlich weiß ich, dass es keinen "richtigen" Weg gibt, sein Leben zu leben. Trotzdem muss ich mich ständig mit anderen vergleichen und meine Entscheidungen hinterfragen. Wie können wir uns von belastenden Gedanken loslösen?

 Ist das diese Quarter Life Crisis von der alle reden?

Was mache ich eigentlich mit meinem Leben? Bin ich überhaupt auf dem richtigen Weg? Habe ich den passenden Job? Sollte ich mir nicht vielleicht doch langsam, drüber klar werden, ob ich mal eine Familie gründen möchte? Kann ich diese Verantwortung tatsächlich tragen? Dazu bräuchte es sowieso erst mal eine stabile Beziehung … Will und kann ich mich überhaupt an eine Person binden?

Wer zwischen Mitte und Ende zwanzig ist, wird Gedanken wie diese vielleicht kennen. Wenn wir das Elternhaus verlassen haben, finanziell vielleicht nicht mehr von anderen abhängig sind, nun schon ein bisserl mehr Lebenserfahrung mit uns tragen, als noch vor ein paar Jahren und das Privileg haben, uns keine schwerwiegenderen Sorgen machen zu müssen (etwa ob der eigenen Sicherheit oder Gesundheit), so durchleben wir höchstwahrscheinlich irgendwann eine Phase, in der wir alles hinterfragen und uns und unser Leben ständig in den Vergleich mit anderen stellen.

"Beste Zeit deines Lebens" - lol

Gesellschaftliche Erwartungshaltungen und elterliche Prägungen sorgen dafür, dass wir unser Leben nicht annehmen wie es ist oder gar einfach genießen können. Wir werden begleitet von Sorgen, ob wir eh das Richtige tun, fragen uns, wie wir all diese Erwachsenen-To Dos regeln sollen, sind von großen Lebensentscheidungen überfordert und hinterfragen unsere Beziehungen. Hinzu kommt der Druck, die "beste Zeit unseres Lebens" auszunützen und wertvolle Erinnerungen zu schaffen. Möglicherweise kommen noch Mental Health-Probleme oben drauf (gerade bei jungen Menschen haben psychische Belastungen in Zeiten von Corona, Isolation und Unsicherheit stark zugenommen).

Nun stellt sich die Frage: Wie werden wir diese belastenden Gedanken los? Beziehungsweise: Wie können wir uns von gesellschaftlichen Erwartungen befreien? Wir haben uns auf die Suche nach Tipps gemacht:

5 Tipps, die dir helfen, deine Quarter Life Crisis zu überstehen:

1. Akzeptiere die Situation

Es ist total okay, sich unsicher zu fühlen und nicht die Antworten auf alle Fragen, die das Leben so aufwirft, zu kennen. Jede*r hat solche Phasen und niemand weiß ganz genau, was er tut und wohin die Reise geht. Gerade wenn wir Veränderungen durchmachen und uns von Gewohntem verabschieden, spüren wir Zweifel und fühlen uns überfordert. Denk dran: Es geht wieder vorbei.

2. Konzentriere dich auf das, was dich glücklich macht

Momentan ist da Vieles, das dich unsicher macht oder überfordert. Bestimmt gibt es aber auch Dinge, die dir Freude bereiten und aus denen du Energie schöpfen kannst. Versuche, diesen mehr Platz in deinem Leben einzuräumen und traue dich auch, Neues zu probieren – gerade, wenn du vielleicht nicht so genau weißt, was dich mit Leben und Freude erfüllt. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, einfach mal auszuprobieren – und wenn’s nicht klappt, ist es auch egal.

3. Versuche, dankbar zu sein

Klar, in manchen Momenten können wir unsere Sorgen und schweren Gedanken nicht einfach abschalten – wenn du aber merkst, dass dich eine Welle des Selbstzweifels überkommt, du gerade aber noch die mentale Stärke hast, nicht komplett in ihr zu versinken, dann versuche doch mal daran zu denken, was du bereits alles Schönes in deinem Leben hast und welche Ziele du schon erreichen konntest. Den Fokus neu auszurichten und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, kann die Stimmung definitiv anheben.

4. Lüfte deinen Kopf aus

Wir werden ständig mit Reizen und Informationen überflutet, sodass wir mit dem Verarbeiten kaum hinterherkommen. Gerade die Sozialen Medien sorgen dafür, dass wir dauernd mit Eindrücken der Leben anderer Menschen konfrontiert sind – was oft dazu führt, dass wir uns mit ihnen vergleichen und uns im Zuge dessen nicht gut genug fühlen. Probiere, ein bisschen Abstand zu gewinnen, Social Media bewusster zu konsumieren (nur bestimmten Accounts folgen, Zeitrahmen festlegen) und deine Gedanken zu ordnen (z.B. mit Journaling), um dir klar darüber zu werden, was du eigentlich möchtest.

5. Setze dir Ziele (aber dich nicht unter Druck, diese auch zu erreichen)

Auf den ersten Blick kann es ein wenig abschreckend wirken, sich Ziele zu setzen, da unweigerlich Gedanken wie "Aber was, wenn ich sie dann nicht erreiche?" im Kopf herumgeistern. Auch die Sorge, dass man möglicherweise das falsche Ziel verfolgt, kann belasten. Allerdings ist es auch so: Wir brauchen Ziele, um überhaupt erst in Fahrt zu kommen.

Erreichen müssen wir sie aber nicht – oft genug führt uns das Leben letztlich doch noch in eine andere Richtung und das ist auch total okay. Achte bei der Zielsetzung darauf, dass es sich tatsächlich um etwas handelt, dass DU erreichen möchtest und traue dich, dieser Sache auch nachzugehen – Motivation und Zuversicht werden folgen :).

 

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