Versuch vegan zu leben

Selbstversuch vegan leben, Teil 3: Vleisch nennen sich einige der pflanzlichen Alternativen zur tierischen Variante. Dann gibt es Soja, Weizenproteine und Pflanzenöle. Mein Fazit: Schmeckt gut, die Form lässt allerdings zu wünschen übrig. Denn wenn ich schon kein Fleisch esse, darf das vegane Essen auch anders ausschauen.

Entertainer Stefan Raab und Buchautor Attila Hildmann zeigen vor, wie es geht.

Bei mir schaut die Ernährung freilich noch anders aus. Was auf den ersten Blick einem Leberkäse täuschend ähnlich sieht (siehe Foto), ist in Wahrheit eine Mischung aus Weizenproteinen und Pflanzenölen, genannt Vleisch. Schmeckt aber gut - besser als das tierische Original.


Woche drei meines Selbstversuches vegan zu leben bringt einige neue Erkenntnisse. Der Tag beginnt jetzt immer mit einem Café au lait mit Reismilch. Denn Reismilch oder genauer gesagt Reisdrinks, denn die Milchersatzprodukte aus Soja und Reis nennen sich Drinks und nicht Milch, passt hervorragend in den Kaffee. Dazu gibt es Gebäck mit Sojaaufstrich, ebenfalls sehr zu empfehlen.

Jeder kocht manchmal vegan

Bei den Hauptspeisen gibt es Entwarnung: Eine Durchforstung meines Repertoires hat ergeben, dass bereits einige vegane Gerichte immer wieder am Tisch landen. So sind Risotto Milanese oder auch Couscous in der Familie sehr beliebt. Und auch Nudeln, sofern sie ohne Ei produziert wurden, lassen sich mit Tomatensauce zu einem schnellen, alltagstauglichen Gericht zubereiten. Alles absolut vegan!


Die Kinder haben mir dafür eine besonders knifflige Aufgabe gestellt: Ein brauchbares Rezept für veganen Kaiserschmarrn zu finden. Denn ohne einen solchen hätte unsere Küche keine Zukunft. Da die Konsistenz von gutem Kaiserschmarrn auf getrennt gemixten Eigelb und Eiweiß beruht, bin ich noch immer auf der Suche. Ein Ersetzen der Eier durch Maismehl ist jedenfalls unmöglich. Würde ich statt jedem Ei einen Löffel Maismehl dazu geben, kann ich aufgrund der festen Konsistenz mit dem Ergebnis eine Straße betonieren. Ein Mix aus Sojamehl und -milch ist ebenfalls wenig befriedigend. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, ich bin überzeugt, dass es auch dafür eine Lösung gibt.

Vielleicht schafft ja ein Besuch in Österreichs erstem veganen Supermarkt Abhilfe?

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Lokale müssen gut gewählt sein

Wenig Grund zu Optimismus haben mir hingegen Besuche in Lokalen und im Wellnesshotel gegeben: Im Lieblings-Frühstückslokal gibt es zwar Sojamilch zum Kaffee, aber ansonsten gibt es zu jedem Frühstück entweder Wurst oder Eier oder es wird mit einem Milchprodukt aus herkömmlicher Milch zubereitet. Und Müsli ohne Joghurt oder Milch ist dann doch ein wenig trocken.


Auch der Besuch eines Wellnesshotels war ganz und gar ein Reinfall - zumindest aus kulinarischer Sicht eines Möchte-Gern-Veganers: Von sechs Hauptspeisen, die zur Auswahl gestanden sind, waren vier mit Fleisch, eine mit Fisch und die vegetarische Version kam nie ohne Milchprodukte aus. Also wieder Fehlanzeige.


Da ich davon ausgehe, dass Veganer nicht nur Salat und Beilagen essen, sondern auf eine ausgewogene Ernährung achten, muss wohl die Wahl von Urlaubsunterkünften und Restaurants schon ganz anders ausfallen als bei Fleischessern.


Ich für meinen Teil setze fürs erste mit auswärts essen aus, dann weiß ich, was auf den Tisch kommt. Für heute Abend ist jedenfalls Chili mit Tofu geplant...

Mutmacher: Wer ebenfalls einen Selbstversuch starten möchte, kann sich zuvor Motivation bei Attila Hildmann holen.

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Rezepte:

Backen ohne Milch und Ei

Vegane Küche für jeden Tag

 

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