Verjüngte Bewerbung

Selbst der eindrucksvollste Lebenslauf kann zum Karrierekiller werden – wenn er den Eindruck vermittelt, Sie seien kein alter Hase, sondern ein greises Karnickel. Verpassen Sie Ihrer Job-Biografie deshalb ein Facelift.

Sie haben alles, wonach Personaler suchen: eine gute Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse, jahrelange Berufserfahrung ... Selbst Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten prädestinieren Sie für die ausgeschriebene Stelle. Doch leider bekommt die jemand anders. Woran das liegt? „Möglicherweise ist es genau dieser perfekte Lebenslauf, der zwischen Ihnen und Ihrem Traumjob steht. Weil seine Aufmachung nicht ‚Genau die brauchen Sie‘ sagt, sondern ,Die ist zu alt‘ schreit", weiß Lisa Johnson Mandell, Autorin von „Career Comeback. Repackage yourself to get the job you want". Was Sie lassen sollten und tun können, damit Ihr eindrucksvoller Werdegang nicht zum Karrierekiller wird, steht hier.

Zu vermeiden
COMPLIMENT verrät, was Sie bei Ihrer Bewerbung anders machen sollten, um modern und erfahren zu wirken.

1. Den Postweg wählen.
Sofern es in der Stellenausschreibung nicht ausdrücklich anders vermerkt ist, sollten Sie Ihre Bewerbung nur via E-Mail an die Personalabteilung schicken. PDFs sind übrigens eleganter als Word-Dokumente. Denn die kann a) jeder öffnen, ohne dass es zu Kompatibilitätsproblemen kommt (was sowieso unschön ist, wenn dabei rauskommt, dass Sie eine uralte Office-Version nutzen) und b) gibt es da auch keine Troubles mit Sonderzeichen oder verrutschten Zeilen.

2. Auf Büttenpapier, Wasserzeichen und Co setzen.
Falls der Personaler tatsächlich auf Post stehen sollte: Drucken Sie Ihre Bewerbung auf keinen Fall auf Papier aus, das einem Liebesbrief zur Ehre gereichen würde. Bewerbungen sind bitte schlicht zu halten, auf weißem DIN-A4.

3. Times New Roman benutzen.
Diese Standardschrift ist zwar ein Klassiker, aber: Sie ist ein Klassiker. Und da kann der Eindruck entstehen, Sie hätten nicht viel Ahnung von Computern. Ein No-go sind auch Schriften wie Courier. Da können Sie ja gleich mit der Schreibmaschine tippen. Schwenken Sie auf moderner wirkende Schriften um, am besten auf serifenlose, die lassen sich am Bildschirm gut lesen. Es muss ja nichts Abgefahrenes sein, Arial tut es auch schon.

4. Fax-, Festnetznummer und genaue Adresse angeben.
Heutzutage hat man ein Mobiltelefon und eine E-Mail-Adresse (s. u.). Weitere Infos sind unnötig und lassen den Lebenslauf schon in den ersten Zeilen antiquiert wirken. Zudem sollten Sie Ihre Daten schon aus Datenschutzgründen nicht preisgeben. Zwar darf der Personaler wissen, in welchem Ort Sie wohnen, die Straße aber geht ihn echt nichts an.

5. Die falsche E-Mail-Adresse zulegen.
Ihre Mailadresse kann ein Indiz dafür sein, wie gut Sie mit dem Web 2.0 umgehen können. Die vom Provider eingerichtete Chello- oder Aon-Adresse wirkt vielleicht etwas altmodisch. Perfekt ist eine Variante mit eigener Domain (z. B. ruth@winkler.at). Oder Sie legen sich eine Hotmail-Adresse zu. Aber eine „seriöse" und nicht mausi37@hotmail.com.

Was in Ihrem Lebenslauf nicht fehlen darf, erfahren Sie auf Seite 2.

Lisa Johnson Mandell ist Autorin von „Career Comeback. Repackage yourself to get the job you want“ (erschienen bei Springboard Publications, über thalia.at um € 18,99 bestellbar).
Damit Sie nicht antiquiert wirken: Handynummer und E-Mail reichen.

Ihr Alter ist keine relevante Information! Lassen Sie es weg.“ Lisa Johnson Mandell, Job-Coach

Zu empfehlen
Zeigen Sie dem Personaler, was Sie dem Unternehmen bringen. Und zwar so:

1. Das Geburtsdatum weglassen.
Sie sind nicht verpflichtet, es anzugeben. Also lassen Sie es weg, wenn in der Ausschreibung nicht ausdrücklich danach gefragt wird.

2. Ein neues Foto machen lassen.
Ja, graue Kostüme, Perlenohrringe und Hochsteckfrisur sind chic. Aber eben auch altmodisch. Warum am Bewerbungsbild nicht was Rotes tragen und die Haare offen lassen?

3. Nicht an die Chronologie halten.
Den Werdegang chronologisch niederschreiben? Ist von vorgestern. Beginnen Sie mit Ihren jüngsten Stationen. Niemand will ewig scrawlen, bis er endlich erfährt, was Sie heute machen.

4. Erfolge benennen.
Schreiben Sie nicht nur, dass Sie Managerin bei Firma XY waren, sondern auch, wie viele Leute Sie unter sich hatten und welche Projekte Sie betreuten.

5. Daten streichen.
Sie haben studiert? Prima! Das Jahr brauchen Sie aber nicht angeben. Alles, was länger als zehn Jahre zurückliegt, darf ohne Jahreszahl gelistet werden. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, Ihr Alter nachzurechnen. Inzwischen ist es auch üblich, Ausbildungs- und Jobstationen, die länger als 15 Jahre zurückliegen, gar nicht mehr anzugeben und stattdessen auf eine längere Lebenslaufversion hinzuweisen, die man auf Anfrage gern zusendet.

6. Hobbys und Ehrenämter angeben.
Früher waren Hobbys wie Reisen oder Lesen das Nonplusultra im Lebenslauf der gebildeten Bewerberin. Sie haben aber doch sicher mehr zu bieten! Etwas, was für den Job relevant ist und zeigt, dass Sie jung geblieben sind.

7. Das Alter der Kinder angeben.
Natürlich könnte das Rückschlüsse auf Ihr eigenes Alter zulassen. Aber eben auch darauf, dass Sie jetzt frei sind für die Karriere.

Was die Sterne zu Ihren Berufschancen sagen, erfahren Sie in Ihrem Job-Horoskop.

 

Aktuell