Verherrlichung von Vergewaltigungen? Petition will '365 Days' auf Netflix verbieten

Seit Wochen hält sich das "Erotik-Drama“ '365 Days‘ auf Netflix in den Top 10. Zuschauer*innen kritisieren, dass der Film Vergewaltigungen und das Stockholm-Syndrom glorifiziere.

Bildschirm, auf dem Netflix Logo angezeigt wird

Das neue Netflix-Drama '365 Days‘, schafft auf jeden Fall eines: Polarisieren. Erst wenige Wochen auf Netflix verfügbar, diskutiert bereits gefühlt das gesamte Internet die polnische Produktion. Eine Petition will den Film nun sogar von der Streaming-Plattform entfernen lassen. Der Grund: Netflix würde mit der Produktion Sex Trafficking und das Stockholm-Syndrom als heiß und erstrebenswert darstellen und problematische Stereotype (wie etwa, dass Frauen lediglich als sexuelle Objekte und nur zur Befriedigung männlicher Sexfantasien dienen) verstärken.

Worum geht’s in '365 Days'? (Achtung, Trigger-Warnung!)

Der junge, (nach gängigen stereotypen Maßstäben) gutaussehende Mafia-Boss Massimo wird angeschossen. Im Zuge seiner Nahtoderfahrung erscheint ihm das Gesicht einer jungen Frau, Laura, welche er zuvor durch ein Fernrohr beobachtet hatte. Einige Zeit später kreuzen sich die Wege der beiden erneut, woraufhin Massimo Laura entführt und in seiner Villa einsperrt. Nun hat sie ein Jahr - 365 Tage - Zeit, um sich in Massimo zu verlieben. Massimo wird übergriffig, würgt Laura und kettet sie ans Bett. Die junge Frau findet allerdings bereits nach kurzer Zeit Gefallen an der Umgangsweise, Massimos Plan geht auf: Laura verliebt sich tatsächlich in den Mafioso.

Anti-Missbrauchs-Plattform bezeichnet Film als "gefährlich"

Während einige den Film online als die "polnische Antwort auf 50 Shades of Grey“ abfeiern und sich wünschen, auch von einem Massimo entführt zu werden ("Wenn einer wissen will, wie ich behandelt werden möchte, guck dir '365 Days' an und werde mein Massimo“ ist etwa auf Twitter zu lesen), verurteilen andere die Inhalte des Films auf Schärfste. So sprach sich etwa die Plattform Pro Empower, die sich gegen sexuellen Missbrauch einsetzt, in einem offenen Brief auf Twitter klar gegen die Produktion aus und verlangt zumindest eine Trigger Warnung zu Beginn des Films, denn: Der Film verharmlose sexuelle Gewalt und normalisiere Vergewaltigung und toxische Männlichkeit.

Kein Platz für Vergewaltigung – weder in unserer Gesellschaft noch auf dem Bildschirm

Mittlerweile haben Kritiker*innen sogar eine Petition gegen die Produktion gestartet, mit dem Ziel, '365 Days‘ wieder von der Streaming-Plattform zu entfernen. "Ein Film, der Vergewaltigung glorifiziert, hat weder Platz auf unseren Bildschirmen, noch in unserer Gesellschaft verdient“, ist auf der Website der Petition zu lesen. Filme wie dieser würden nicht nur alle Fortschritte, die Frauen gemacht haben, um endlich als mehr als ihr Körper wahrgenommen zu werden, ignorieren, sondern darüber hinaus ein grauenvolles Vorbild für junge Männer und Frauen abgeben. "Wir leben in einer Gesellschaft, in der eine von fünf Frauen in den USA, mindestens einmal in ihrem Leben vergewaltigt wird. Netflix muss diesen Film sofort von seinen Streaming-Diensten entfernen und eine Erklärung veröffentlichen, in der dargelegt wird, wie das Unternehmen den Menschenhandel bekämpfen wird, anstatt ihn durch seine riesigen Medienplattformen und Reichweite zu fördern".

Die Petition ist hier zu finden.

 

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