Vergewaltigung einer 8-Jährigen erschüttert die Welt

Zwei Vergewaltigungsfälle erschüttern derzeit Indien, und die Welt.

In Indien finden derzeit die größten Proteste gegen Gewalt an Frauen und Mädchen statt, die es seit dem brutalen und öffentlich gewordenen Vergewaltigungsfall im Jahr 2012 in Delhi gab. Der Grund: Der Fall einer brutalen Vergewaltigung und des anschließenden Mordes einer 8-Jährigen, der lange ignoriert und jetzt zum Politikum wurde.

Das muslimische Mädchen Asifa war im Jänner in der von Hindus dominierten Region Jammu entführt und fünf Tage lang von mehreren Männern vergewaltigt worden, unter anderem in einem Hindu-Tempel. Sie wurde schließlich ermordet. Acht Verdächtige wurden festgenommen, unter ihnen auch Polizisten. Der Polizist Anand Dutta, der den Mord untersuchen sollte, kassierte 6000 Dollar Bestechungsgeld und ließ die Wäsche des Opfers waschen, um Spuren zu beseitigen.

Asifas Familie gehört der Volksgruppe der Bakherwals an, die in dieser Gegend von Jammu seit längerem in Landstreitigkeiten mit der hinduistischen Mehrheitsbevölkerung verwickelt ist.

Niedrige Aufklärungsrate bei Vergewaltigungen

Doch auch ein anderer Vergewaltigungsfall zeigt, wie groß das Problem mit Gewalt gegen Frauen wirklich ist: In der Ortschaft Unnao versuchte ein 17-jähriges Mädchen erfolglos einen Vergewaltigungsfall anzuzeigen, bis es Anfang April einen Selbstmordversuch vor dem Haus des Regierungschefs des Staates, Adityanath, unternahm. Der als Vergewaltiger Beschuldigte ist Abgeordneter im Regionalparlament und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Ermittlungen wurden jedoch erst vor Kurzem aufgenommen, und der Vater der jungen Frau starb im Polizeigewahrsam.

Der indische Premierminister Narendra Modi wird daher in landesweiten Protesten aufgefordert, Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Indien ernst zu nehmen und etwas dagegen zu unternehmen. Die Strafen für Vergewaltiger wurden zwar verschärft, doch die Verurteilungsrate ist nach wie vor niedrig - und die Zahl der Vergewaltigungen weiterhin hoch. Jährlich werden 40.000 Fälle angezeigt.

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