Vergewaltigung als Sex-Tipp? Das Männermagazin GQ macht's

Das britische Männermagazin GQ gibt Tipps für Analsex - und überschreitet dabei die Grenzen des guten Geschmacks.

Wie man nach Anal-Sex fragt? "Frauen möchten gerne überrascht werden." Mit diesen Worten fängt ein aktueller Artikel des britischen Männermagazins GQ an, in dem die Sexualberaterin Sarah Jane Banahan frawürdige Tipps zum Thema Anal-Sex gibt.

"Ich habe kürzlich gelesen, dass es heutzutage respektvoller ist, Anal-Sex via SMS anzukündigen - aber bitte! Wie sieht es mit einem kleinen Flüstern ins Ohr aus, während man seine Frau penetriert, ist das nicht erotischer? Das ist doch der Sinn von gutem alten, schmutzigen Sex?", schreibt die Autorin weiter.

Kritik an fragwürdigen Sex-Tipps


Die "Independent"-Journalistin Natasha Preskey ist von diesen "Ratschlägen" alles andere als begeistert, wie sie in einem Kommentar schreibt. Denn ein Magazin, das monatlich zwei Millionen Leser erreicht, sollte sich vielleicht überlegen, ob es Vergewaltigungskultur in dieser Form verherrlichen wolle oder nicht.

Anzudeuten, dass Zustimmung erst während der Penetration eingeholt werden muss, ist in Wirklichkeit keine Zustimmung, sondern fördert Vergewaltigungskultur. Außerdem zementiert es das Klischee, dass Frauen keinen Spaß an (Anal-)Sex haben können und dass Sex etwas ist, dass Frauen "passiert", da sie passive Objekte sind. "Anale Penetration als etwas darzustellen, dass Frauen vielleicht tolerieren könnten, wenn ihre leidenden Partner die Karten richtig ausspielen oder sie ihnen das Gefühl geben, sexy zu sein, bestätigt die Idee davon, dass Sex etwas ist, das Frauen einfach nur zustößt", schreibt die Journalistin weiter.

Kurzum: Zustimmung zum Sex als etwas darzustellen, dass "unsexy", altmodisch und hinderlich ist, fördert nur die in unsererer Gesellschaft ohnehin weit verbreitete Vergewaltigungskultur und hat in einer Kolumne über Sex-Tipps rein gar nichts verloren.

 

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