Verführungstypen

1) Der Eroberer

Diese Männer sind ständig auf der Suche nach Menschen, die sie erobern, und Hindernissen, die sie überwinden können - ob im Job oder in der Freizeit. Auch, wenn sie auf einer Party mitunter fast schüchtern wirken können, sind sie voll Energie und lieben die Macht. Gefühle zeigen sie nur dann, wenn man sie dazu drängt - dann aber brechen sie mit einer Urgewalt aus ihnen hervor. Einem Eroberer dürfen Sie sich keinesfalls als leichte Beute anbieten - er würde Sie zwar schnell vernaschen, aber auch ebenso schnell wieder fallen lassen. Bieten Sie ihm stattdessen unbedingt eine gute Jagd: Lassen Sie ihn gegen Widerstände anrennen, geben Sie sich launisch und schwierig, spielen Sie die Kokette. Schrecken Sie sich nicht vor seiner Energie und Aggressivität - bleiben Sie gelassen, auch wenn er schon wie ein gereizter Bulle hin und her läuft. Irgendwann wird er schon schwach und abhängig. Und dann haben Sie den Eroberer für sich erobert.

2) Der Novize

Er ist jung und unschuldig - aber um vieles neugieriger als die anderen Jungs in seiner Altersklasse. Novizen haben noch nicht allzu viele Erfahrungen und sehnen sich danach, in die wirkliche Welt eingeführt zu werden. Sie empfinden ihre Unschuld als Last, und deshalb interessieren sie sich für Menschen, die Erfahrungen haben, und speziell für solche, denen ein Hauch von Verderbtheit oder gar Bösartigkeit anhaftet. Zu viel des Schlechten schreckt den Novizen jedoch ab - kombinieren Sie Ihre Verruchtheit deshalb immer mit einer kindlich-spielerischen Note. Ihre Verführung darf auch nichts Gieriges oder Schäbiges an sich haben - er soll zwar dunkle Seiten an Ihnen ahnen, will dies jedoch immer romantisch verbrämt haben. Ästhetik ist ein wichtiges Mittel, um Novizen zu begeistern: Bieten Sie ihm neue Ideen, neue Orte, neue Welten und bunte Spektakel. Umgarnen Sie ihn mit verführerischen Worten und Genüssen - und er wird darauf brennen, von Ihnen auch sexuell initiiert zu werden. Haben Sie ihn erst einmal soweit, können Sie darauf wetten, dass er mit Ihnen voll Begeisterung die Welten der Sinnlichkeit erkunden wird.

3) Das alternde Baby

Ein Mann dieses Kalibers hat durchaus Charme - und zwar den eines verspielten Kindes. Er will einfach nicht erwachsen werden und versucht, alles in Spiel und Spaß zu verwandeln. Vielleicht sehnt er sich nach dem verantwortungslosen Leben, das er einst als Kind führte, vielleicht hat er auch einfach Angst vor dem Tod. Bis in ihre Dreißiger können solche Männer sehr amüsant und interessant sein, ab 40 wirken sie oft ein wenig makaber. Beim alternden Baby sollten Sie eine Verführungsstrategie einsetzen, die sonst nicht gerade zieht: Sie spielen die Rolle des gesetzten und verantwortungsvollen Partners. Zeigen Sie, dass Sie seine jugendliche Unbekümmertheit und Verspieltheit mögen, und bleiben Sie seinen Spinnereien gegenüber stets nachsichtig. Kritik und strikte Regeln verträgt das alternde Baby nämlich nicht. Wenn Sie jedoch stets großzügig bleiben und diesen Menschen auf seine Lieblings-Spielwiesen begleiten, wird er eine starke Zuneigung zu ihnen ausbilden. Vor einer Langzeit-Beziehung mit so einem ewigen Kind sollten Sie allerdings die Finger lassen - ewig die Rolle der verantwortungsvollen Mutti zu spielen, fühlt sich nämlich nicht gerade sexy an.

4) Der Prinz

Sie erkennen ihn an seinem aristokratischen Gebaren und dem Chaos in seinem Leben. In seiner Kindheit war der Prinz der klassisch verzogene Bengel, den seine Eltern anhimmelten und jeden Wunsch und jedes Bedürfnis erfüllten. Seine Grunderfahrung: Andere sind dazu da, mich zu unterhalten. Und was ich will, bekomme ich ohne Anstrengung und Wartezeit. So verdorben, wird er faul, und wenn die elterlichen Entertainer einmal nicht mehr da sind, gelangweilt und ruhelos. Deswegen sucht er ständig die Veränderung: neue Jobs, neue Szenen, neue Frauen. Um diesen Typen zu verführen, müssen Sie ihm permanent Abwechslung bieten. Einerseits über die Spektakel, Orte und Situationen, in die Sie ihn bringen, andererseits mit den verschiedensten bunten Facetten Ihres Charakters (und auch Ihres Stylings). Seien Sie sich bewusst, dass die Arbeit größtenteils an Ihnen hängen bleiben wird - und dass Sie den Prinzen aber auch genau damit von sich abhängig machen können. Ist er Ihnen erst einmal auf den Leim gegangen, wird er zu Ihnen so loyal sein wie einst zu seiner Mami. Hüten Sie sich jedoch davor, von einer langfristigen Bindung zu sprechen. Sonst ergreift der abwechslungssüchtige kleine Prinz sofort die Flucht.

5) Der Weiberheld a. D.

Einst hat er fröhlich drauflos gelebt und jede verführt, die ihm ins Auge gestochen ist. Jetzt aber ist er in einer Phase, wo er es ruhiger angeht. Entweder, weil ihm jemand eine feste Beziehung aufgedrängt hat, oder schlicht, weil er älter geworden ist. Die Sehnsucht nach den intensiven Erfahrungen seiner "guten alten Zeit" schlummert jedoch tief in seinem Innern. Deswegen sind solche Typen wie reifes Obst und warten nur darauf, wieder ihren alten Gewohnheiten nachgehen zu können. Zudem hat sich bei ihnen eine Menge Leidenschaft und Energie aufgestaut, was sie zu lohnenden Opfern der Verführung macht.
Deshalb brauchen Sie bei dem bekehrten Weiberhelden eigentlich nichts anderes zu tun, als seinen Weg zu kreuzen und sein Interesse mit mysteriösen und romantischen Andeutungen zu wecken. Entscheidend bei ihm ist: Er muss die Illusion haben, der Verführer zu sein. Lassen Sie ihn zappeln, bis er vor Verlangen glüht. Als Lover haben Sie mit ihm einen erfahrenen und raffinierten Mann, der weiß, wie man mit dem anderen Geschlecht umgeht. Als Partner können Sie ihn jedoch vergessen - ein Weiberheld wird nie wirklich treu sein.

6) Der Korrekte

Er ist extrem darum besorgt, welches Bild er abgibt und was die Gesellschaft als schickliches oder akzeptables Verhalten betrachtet. Kann sein, dass er deshalb nur graue Anzüge trägt, kann aber auch sein, dass er peinlich darauf achtet, nur politisch korrekte Aussagen zu treffen. Unter der Oberfläche dieser Überkorrektheit werden diese Männer jedoch insgeheim von schändlichen und grenzüberschreitenden Lustvorstellungen erregt - und hasten deshalb entsetzt in die entgegengesetzte Richtung. Dennoch fühlen sich solche Typen zu Menschen mit einer bösen, gefährlichen Seite hingezogen. Geben Sie sich als Luder, als Vamp, aber lassen Sie sich von seiner Kritik und seinen Urteilen über Ihresgleichen nicht irritieren. Tun Sie so, als ob Sie sich von ihm umerziehen und bekehren lassen wollten - denn genau so können Sie ihn in eine Verführungssituation hineinlocken. Beginnt der Korrekte nämlich erst einmal damit, sich zu öffnen, wird er vor Gefühlen und Energie nur so übersprudeln und zutiefst dankbar sein, dass man ihn aus dem Gefängnis seiner Prüderie befreit hat.

7) Der Androgyne

Manchmal hält man ihn für latent homosexuell, aber das ist ein Missverständnis. Der Androgyne gehört einfach zu jenen Menschen, bei denen die Grenzen zwischen den maskulinen und femininen Seiten fließend sind. Manchmal verbirgt er diese Eigenheit und markiert den Obermacho, doch insgeheim würde er viel lieber mit den Geschlechterrollen spielen und seine beiden Seiten in vollem Umfang zum Ausdruck bringen. Wenn Sie eine Frau mit ausgeprägt männlichen Seiten sind, ist der Androgyne für Sie genau der Richtige. Wecken Sie seine unterdrückten Bedürfnisse, indem Sie ihn umwerben wie eine Frau. Gehen Sie sexuell in die Offensive, als wären Sie ein Mann. Probieren Sie mit ihm alle möglichen Kombinationen von Geschlechterrollen aus, sprechen Sie seine Ästhetik an, lassen Sie ihn seine Vielfältigkeit mit Ihnen ausleben - und Sie werden an ihm einen Partner finden, mit dem Ihnen nie langweilig werden wird. Vorsicht jedoch, wenn Sie selbst nicht wirklich zu den Menschen mit fließendem Geschlecht gehören - Sie würden diesen Mann nur unter Druck setzen.

8) Der Professor

Er ist hirnlastig bis zum Exzess, muss alles und jeden analysieren und kritisieren. Der Professor hat seinen Verstand auf Kosten seines Körpers überentwickelt, insgeheim fühlt er sich deshalb jedoch unsicher und unterlegen. Doch so intellektuell dieser Mann sich auch gebärdet - tief in seiner Seele sehnt er sich danach, von einem Menschen mit starker physischer Präsenz überwältigt zu werden. Wenn Sie diesen Mann verführen wollen, sollten Sie Ihre eigene Intellektualität eher verbergen. Das würde nur sein Konkurrenzdenken wecken und seinen nimmersatten Verstand auf Touren bringen. Kleiden Sie sich sexy, geben Sie sich sinnlich. Verschaffen Sie ihm so total wie möglich die Chance, dem Gefängnis seines Gehirns zu entfliehen. Sorgen Sie dafür, dass er sich wie ein heißblütiger Don Juan fühlen kann. Selbst wenn er dadurch glaubt, Ihnen mental überlegen zu sein - indem Sie seine schlafende Sinnlichkeit mit Ihrer stimulierenden Körperlichkeit wecken, sind in Wahrheit Sie diejenige, die die Kontrolle hat.

9) Der Sinnliche

Gemeint ist damit nicht ein Mensch, der permanent an Sex denkt - der Sinnliche ist eher ein Sensibelchen mit überaktiven Sinnesorganen. Manchmal kann man diese Sinnlichkeit an seinem überaus geschmackvollen Äußeren ablesen, manchmal erkennt man sie an seiner Berufswahl. Mitunter zeigt sie sich jedoch auch nur an seiner Empfindlichkeit - er erträgt manche Gerüche nicht, ist von bestimmten Farben deprimiert oder reagiert über die Maßen auf unästhetische Lokalitäten. Daraus resultiert auch die beste Verführungstaktik: Geben Sie diesem Menschen einfach, was er braucht. Bringen Sie ihn an schöne Orte, ködern Sie ihn mit feinen Speisen, Düften und Musik. Sprechen Sie so viele seiner Sinne wie möglich zugleich an und kümmern Sie sich auch liebevoll um die Details. Variieren Sie die Reize, bis er Ihre Person mit einem einzigen Sinnesrausch assoziiert. Wenn Sie ihn dann auch noch mit raffinierten körperlichen Spielchen locken, wird er bald rettungslos in Sie verliebt sein.

10) Der Retter

Sie erkennen diesen Mann an seiner großen Empathie: Er kann gut zuhören und schafft es mit Leichtigkeit, sein Gegenüber dazu zu bringen, von dessen Problemen zu erzählen. Meist ist er eine sensible Natur, die wirklich helfen will, gleichzeitig verschafft ihm das Helfen aber auch ein Machtgefühl und die Möglichkeit, sich von seinen eigenen Problemen abzulenken. Genau deshalb ist für ihn eine Frau mit einer Aura von Melancholie und Verwundbarkeit nicht abschreckend, sondern höchst attraktiv. Spielen Sie das Mädchen in Not, dann bekommt er die Gelegenheit, in seiner Lieblingsrolle aufzutreten: als edler Ritter. Übertreiben Sie Ihre Schwachstellen, aber nicht direkt durch Worte oder Gesten - lassen Sie Ihr Retter-Opfer spüren, dass Sie ein Defizit an Liebe hatten oder dass Ihnen andere Männer übel mitgespielt haben. Sie können ihn auch zu Ihrer moralischen Rettung einladen: Sie haben böse Dinge getan und brauchen jetzt eine feste, aber liebevolle Hand. Das wird sein Feuer zusätzlich schüren.

Die Sirene ist die ultimative Fantasiefigur für Männer, die ständig alles unter Kontrolle haben und Verantwortung übernehmen müssen - sprich: von der gesellschaftlichen Rolle, die sie spielen, in die Knie gedrückt werden. Sie lockt ihre Opfer mit der überlebensgroßen Illusion sexueller Verheißungen und ist gefährlich: Wenn ein Mann solch einer Frau nachjagt, droht ihm der totale Kontrollverlust - und genau danach sehnt er sich am meisten ...

Die Traumfrau ist die Verführungsdroge für jene, die vom Leben enttäuscht wurden. Ideale Geliebte nutzen die Kraft zerschlagener Jugendträume, die für ihre Opfer zu lebenslangen Fantasien werden. Ob Romantik, Abenteuer, geistige Verschmelzung - Traumfrauen spiegeln Sehnsüchte wider und schaffen genau die Illusion, die ihre Opfer brauchen.

Die Kokette ist Großmeisterin der Kunst, die Befriedigung hinauszuzögern. Sie lässt ihre Opfer den schmalen Grad zwischen Hoffnung und Frustration entlang wandern und verwandelt sie so in willige Sklaven, die dem Versprechen auf Freude, Glück und Ruhm hinterher taumeln.

Die Charmeurin lenkt die Aufmerksamkeit von sich selbst ab und richtet sie auf ihre Opfer. Sie denkt wie sie, fühlt wie sie, passt sich ihren Stimmungen an, erzeugt eine angenehme Atmosphäre - und zielt auf nichts anderes als auf die Schwachpunkte ihres Opfers: Eitelkeit und Egozentrik.

Die Charismatikerin versprüht, was ihre Opfer an sich selbst vermissen: Selbstvertrauen, sexuelle Energie und Zuversicht. Sie steigert den Zauber dieser Illusion, indem sie Intensität verströmt - und dabei leidenschaftslos bleibt.

Die Natürliche agiert mit der Kraft der Kindheit, die ihre Opfer als Paradies empfinden, das sie wiedererschaffen wollen. Sie verkörpert ersehnte Qualitäten wie Spontaneität, Unverfälschtheit und Schlichtheit.

Die Dandy-Frau befreit scheinbar aus beschränkenden Rollen. Sie erregt, weil sie sich gegen jede Kategorisierung sperrt und jene Freiheit erahnen lässt, nach der sich die meisten sehnen.
 

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