Venus von Willendorf von Facebook zensuriert

Ein Foto der Figur aus dem Naturhistorischen Museum wurde von der Plattform gelöscht. Der Grund: sie sei "pornografisch".

Dass Facebook keine (weiblichen) Nippel und keine nackten Menschen zulässt, wissen wir ja bereits (sogar wenn sie in einem Brustkrebsvorsorge-Video vorkommen). Dass die Social-Media-Plattform aber auch historische Figuren aufgrund ihrer Nacktheit verbannt, ist relativ neu, und ziemlich absurd, wie das jüngste Beispiel der berühmten Venus von Willendorf zeigt.

Die fast 30.000 Jahre alte Statue ist Facebook nämlich zu "pornografisch", wie das "Art Newspaper" berichtet. Nutzerin und Künstlerin Laura Ghianda hatte ein Foto der Venus aus dem Wiener Naturhistorischen Museum (NHM) auf Facebook hochgeladen, und das wurde nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Der Grund: es sei pornografisch.

Auch wenn Facebook bereits seine Nutzungsbedingungen hinsichtlich der Nacktheit in Kunstwerken geändert hat - Abbildungen davon sind eigentlich erlaubt - kommen diese Fälle der Kunstzensur weiterhin vor.

Das Museum habe bereits im Dezember auf den Vorfall reagiert. "Es gab noch nie eine Beschwerde unserer Besucher wegen der Nacktheit dieser Figurine", sagte NHM-Chef Christian Köberl gegenüber dem "Art Newspaper". "Es gibt keinen Grund, die Venus von Willendorf zu bedecken und ihre Nacktheit zu verstecken. Weder im Museum noch in den sozialen Medien."

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