Vemina: Gesundheitsverein für Frauen in Wien

Warum braucht es einen Gesundheitsverein, der speziell auf die gesundheitlichen Herausforderungen im Leben von Frauen eingeht und diesen interdisziplinär hilft?

Vemina: Gesundheitsverein für Frauen in Wien

It’s a mans world. Das ist prinzipiell kein Geheimnis, zeigt sich aber besonders in der Medizin, wo viele Medikamente und Behandlungen nach wie vor für Männer ausgelegt sind. Häufig stehen keine Ansprechpartner*innen für Themen wie Fehlgeburten, vaginalen Schmerzen, Geburtsproblemen zur Verfügung. Dem möchte ein Netzwerk aus Frauen in Gesundheitsberufen nun entgegenwirken. Vemina setzt sich zum Ziel Frauen ganzheitlich zu betreuen, begleiten und behandeln und das nach wie vor herrschende Tabu rund um Frauengesundheit aufzuheben. Mitgründerin von Vemina, Valentina Gergitsch, erklärt: "Viele Frauen erleben auf der Suche nach einer Diagnose oder Behandlung einen Spießroutenlauf von einem*einer Ärzt*in zum*zur nächsten und sehen vor lauter Befunden kein Licht im Dunklen mehr." Das Spektrum der psychischen und physischen Beschwerden, die das Team auffangen kann, ist groß.

21 Spezialistinnen

Derzeit setzt sich der Verein aus 21 Professionistinnen zusammen, darunter Beraterinnen, Psychotherapeutinnen, Hebammen, Sexualberaterinnen, Familientherapeutinnen, integrative psychosoziale Beraterinnen, Ernährungsberaterinnen, Logopädinnen, prä- und postpartale Trainerinnen, Gynäkologinnen, Stillberaterinnen, Sozialarbeiterinnen, Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen, Yogatrainerinnen, Doulas und Logopädinnen.

Gemeinsame Werte

Wenn eine Klientin* ein Angebot einer Vemina-Expertin in Anspruch nimmt, erhält sie nicht nur eine Person an ihrer Seite, sondern ein ganzes Netzwerk aus Expert*innen in verschiedenen Gesundheitsberufen. Ein fachübergreifender Austausch oder eine unkomplizierte Vermittlung sind daher, wenn es die Situation erfordert, jederzeit möglich. Als sich die Sozialarbeiterin Tamara Felbinger und die spätere Physiotherapeutin Valentina Gergitsch 2015 im Rahmen der Flüchtlingshilfe kennenlernten, teilten sie sofort ihre Leidenschaft für Gerechtigkeit, Feminismus und Frauen*gesundheit. Aus diesen Grundwerten entstand Vemina sowie die Idee hinter dem Projekt.

Spendenfinanziert

Vemina ist derzeit rein spendenfinanziert. Von diesem Geld sollen vor allem Spezialtarife für einkommensschwache Frauen* und Familien ermöglicht werden. Wenn eine finanzielle Hürde ein Hindernis sein sollte, einzelne Gesundheitsangebote in Anspruch nehmen zu können, lädt Vemina alle Frauen* ein, einfach und unkompliziert Kontakt aufzunehmen. Dies ist sowohl über das Kontaktformular auf der Homepagemöglich als auch über die Mail-Adresse hallo@vemina.at. Um dies finanziell zu ermöglichen, findet jährlich das VEMINA – Sommerfest statt.

Feminismus und Gleichstellung

"Feminismus bedeutet für uns, eine Grundeinstellung der Gleichheit und des Respekts allen Menschen gegenüber. Kein Mensch soll auf Grund seiner Sexualität oder Geschlechtsidentität Diskriminierung erfahren müssen", beteuert Felbinger. Leider ist dieses Ziel nach wie vor nicht erreicht. Gewalt an Frauen* im Privaten, wie leider aber auch im Gesundheitssektor und die Ausgrenzung von Personen aus der Queer-Community gehören nach wie vor zum Alltag vieler Menschen. Es braucht aktives Empowerment von Mädchen* und Frauen*, um politisch laut und aktiv sein zu können. Daher auch das Motto: Wir sind viele, wir sind laut, wir sind mutig.

 

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