Vegan macht satt

Selbstversuch vegan leben, Teil 4: Macht diese Speise satt? Ja, das tut sie! In der vierten und letzten Woche meines veganen Daseins entdecke ich, dass eine Ernährung mit Samen und Nüssen nicht nur meinen Geschmack trifft, sondern auch andere Vorteile hat. Ein Gespräch mit „echten“ Veganern machte mir ebenfalls Lust auf mehr.

Einige Bällchen und Gurkensalat - nach viel schaut es nicht aus, aber das Geheimnis steckt im Detail. In diesem von mir leicht modifizierten Rezept (Bällchen statt Burger) vom ehemaligen Ironman Brendan Brazier ist so ziemlich alles enthalten, was der Körper braucht: Nüsse, Leinsamen, Essig, Öl, Gurken und etwas Salz - sprich Ballaststoffe, Eiweiß, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Denn der frühere Leistungssportler hat sich lange mit dem Thema beschäftigt, wie man den Körper auf natürliche Weise beeinflussen kann, um bessere Ergebnisse im Sport zu erzielen.

Video „Find your athletic edge" auf Youtube.


Pro und Contra

Rückblickend kann ich sagen, dass man leicht von veganer Ernährung profitieren kann, sobald man diese für sich entdeckt hat. Die Umstellung fällt nicht ganz einfach aus, wie ich am eigenen Leib erfahren musste. Denn zu allererst muss man als Neuling herausfinden, wo überall tierische Produkte versteckt sind. Keine leichte Aufgabe, denn besonders Milchpulver taucht gerne da auf, wo man es nicht vermutet. Vor allem Fertigwaren wie z.B. Teigwaren sind betroffen. Was es da zu tun hat wird vielleicht immer in Geheimnis bleiben. Es gibt Theorien von einer Maßnahme der Milchindustrie, um dem Milchüberschuss Herr zu werden, bis hin zu Milchpulver macht den Teig geschmeidiger. Was es auch immer dort zu suchen hat, sicher ist nur eines: Es macht Personen mit Laktoseintoleranz oder veganer Ernährungsweise das Leben schwer und verringert die Auswahl potentieller Lebensmittel.

Weiter geht es auf Seite 2.

"Echte" Veganer im Gespräch

Doch nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird: Am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit mit zwei „echten" Veganern zu sprechen. Es handelte sich um ein Paar mit Kind. Die Frau lebt schon lange vegan, während der Mann erst mit Jahresanfang die Ernährung umgestellt hat. Seitdem fühlt er sich viel besser, berichtet er. Beide nehmen ihr veganes Dasein jedoch nicht allzu genau. Zuhause kommen nur vegane Speisen auf den Tisch, unterwegs essen sie aber fast alles. Somit wird auch ein Lokalbesuch oder eine Einladung bei Freunden nicht zum Problem. Da sie aber die meiste Zeit ohnehin in den eigenen vier Wänden kochen, bedeutet das noch immer, dass in 90 Prozent der Fälle das Essen völlig vegan ausfällt. Gut gefallen hat mir, dass für den Sohn Frühstückseier und Schinken genau so zum Leben wie für andere Kinder gehören. Denn ob er einmal Veganer sein will, darf er später selbst entscheiden.

Meine Erfahrungen

Dass vegane Ernährung dem Körper tatsächlich gut tut, konnte ich in den vergangenen Tagen selbst beobachten. Der höhere Anteil an Eiweiß macht länger satt und da doch auf einiges verzichtet wird, kommt automatisch mehr Obst und Gemüse auf den Tisch. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen dauerhaft völlig auf Milchprodukte zu verzichten. Vor allem ohne Käse und Joghurt wäre das nichts für mich und die vegane Auswahl fällt in diesen Bereichen eher bescheiden aus. Außerdem bin ich kein Freund von Verboten - schließlich sind diese dazu da, um gebrochen zu werden. Deshalb werde ich den Selbstversuch nicht fortsetzen. Der Kaiserschmarrn ist ab sofort wieder mit Ei. Nüsse, Samen und einige andere vegane Eigenheiten wie Käse aus Pflanzenölen wird es aber weiterhin immer wieder geben! Ansonsten setze ich lieber auf Bio und plane mein nächstes Projekt: Einen eigenen Garten...

 

Aktuell