Valentinstag? Pff. Warum wir heuer lieber Galentine’s Day feiern

…und nein, ihr braucht dafür nicht unbedingt Gesichtsmasken und Prosecco. Ein Tag für die Freundschaft lohnt sich auch so allemal.

Vier lachende Frauen

Ganz ehrlich: Ein Leben ohne meine Freundinnen wäre traurig und fad. Niemand, der mich mit einem einzigen Blick oder Wort in schallendes Gelächter ausbrechen lässt, niemand, mit dem ich um drei Uhr Früh betrunken über das Patriarchat schimpfen kann, keiner, der mir schonungslos die Wahrheit über meine zweifelhafte Partner*innenwahl sagt oder mit mir jedes noch so peinliche Trash-TV-Format bis ins Detail analysiert.

Freundschaft hat Nachrang

Obwohl den meisten von uns (ich nehme mich da keinesfalls heraus) die Wichtigkeit von engen Freundschaften ja irgendwie eh bewusst ist, tun wir doch meist nicht so viel dafür, sie auch zu erhalten. Romantische Beziehungen, Familie und Job haben - wenn’s drauf ankommt - dann doch Vorrang.

Klar, ist es schön, dem*r Partner*in am Valentinstag seine Wertschätzung entgegenzubringen, aber: Was ist mit unseren Freund*innen? Wann zeigen wir ihnen, dass wir froh sind, sie in unserem Leben zu haben und tun aktiv etwas dafür, dass das auch noch lang so bleibt?

Auftritt: Galentine’s Day

Genau an dieser Stelle kommt der sogenannte "Galentine’s Day“ ins Spiel. "Was genau soll das jetzt bitte sein?", fragt ihr euch?

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Populär gemacht wurde der inoffizielle Feiertag am 13. Februar durch die US-Sitcom "Parks and Recreation" mit Amy Poehler. Geht es nach der inoffiziellen Bibel für Sex-Tipps und "Ladies' Issues" Cosmopolitan, verbringen wir und unsere Freundinnen den Galentine‘s Day (aus dem Englischen: Gal = Mädel/Freundin) idealerweise damit, uns einen Haufen teurer Gesichtsmasken zuzulegen, uns mit zuvor selbst angerührten (idealerweise pinken) Cocktails anzusaufen und 15 Hugh-Grant-Filme beim Verzehr herzförmiger Low Carb-Pizza zu bingen – das alles natürlich erst nachdem wir vor unseren "BFFs 4 Eva"-Luftballons für das optimale Insta-Pic posiert haben (weil: if it’s not on the 'gram – did it really happen??).

Gute Freundinnen sind nicht selbstverständlich

Ich finde: Ein gelungener Galentine’s Day geht auch ohne viel Chi Chi und pinke Cocktails. Das Wichtigste ist doch, dass wir mal wieder Zeit mit unseren Freundinnen verbringen und etwas gemeinsam unternehmen, das uns Spaß macht: Wurscht, ob das jetzt Bouldern, Bier Trinken oder ein Thermenbesuch ist (oder halt doch Gesichtsmasken und Hugh-Grant-Schnulzen). Reservieren wir den einen Tag für unsere Freundinnen und stellen Beziehung, Family und Job - sofern’s halt möglich ist - ausnahmsweise mal hinten an.

Nehmen wir den Galentine’s Day doch auch zum Anlass, uns mal wieder bei der Freundin zu melden, die wir schon ewig nicht mehr gesehen haben und eigentlich vermissen – anstatt darauf zu hoffen, dass das Schicksal oder spätestens das 10-jährige Klassentreffen uns schon wieder zusammenbringen.

Keine Pity-Party für enttäuschte Singles

Für mich geht‘s beim Galentine’s Day nicht darum, eine Ersatzaktivität für das fehlende Valentinstags-Date zu finden oder meinen Frust über mein Single-Dasein (den ich in Wahrheit eh nicht verspüre) mit anderen Single-Freundinnen in fünf Kübeln Ben & Jerry’s zu ertränken. Vielmehr will ich mir bewusst machen, was für coole, liebe, hilfsbereite, lustige Frauen ich in meinem Leben habe und den Tag zum Anlass nehmen, ihnen diese Wertschätzung auch mal zu zeigen, anstatt davon auszugehen, dass sie das ohnehin wissen und eh immer bereit stehen werden.

Schließlich ist es doch so: Wer war da, als das dritte Tinder-Date in die Hose ging, die Eltern dauernd gestritten haben und der schmierige Typ im Club einfach nicht gehen wollte? Eben. Da sollte ein Galentine’s Day pro Jahr doch drin sein, oder?

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