USA: Republikaner*innen verlangen Umverpflanzung von Eileiter-Schwangerschaften, um Abtreibungen zu verhindern

Schon vor einigen Monaten wurden die US-amerikanischen "Heartbeat Bills“ heftig diskutiert, wonach Abtreibungen nach dem 1. Herzschlag verboten werden sollen. Ein aktueller Gesetzesentwurf entfacht die Debatte nun erneut.

Protestierende Frauen

Republikaner*innen in Ohio, USA unterstützen momentan einen Gesetzesentwurf, der Ärzt*innen dazu zwingen soll, Eileiterschwangerschaften zur vermeintlichen Rettung des Embryos in den Uterus "umzuverpflanzen“ – das ist allerdings medizinisch bisher unmöglich.

Die sogenannten "Heartbeat Bills", die bereits vor einiger Zeit für Aufmerksamkeit sorgten, schreiben vor, dass Abtreibungen nach dem ersten Herzschlag des Kindes (meist etwa in der 6. Schwangerschaftswoche) unter Strafe gestellt werden sollen – Ärzt*innen, die sich nicht an die Vorschrift halten, müssten demnach mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Gegner*innen dieses Gesetzes betonen, dass eine derartige Verordnung de facto einem generellen Abtreibungsverbot entspricht, da viele Frauen, die Schwangerschaft gar nicht so früh bemerken.

Todesstrafe für Schwangerschaftsabbrüche

Mit dem aktuellen Gesetzesentwurf sollen Ärzt*innen in Ohio, die nach dem ersten Herzschlag des Babys eine Abtreibung durchführen, nun sogar wegen Mordes angeklagt werden – worauf in Ohio die Todesstrafe folgen kann. Straffrei bliebe nur, wer zuvor alles getan hat, um das Embryo zu retten, worunter auch die fragwürdige Umverpflanzungs-OP fällt.

Warum fragwürdig?

Nun, bei Eileiterschwangerschaften nistet sich die befruchtete Eizelle im Eileiter anstatt in der Gebärmutter ein. Die Folge: Entweder der Körper der Frau stößt die Eizelle von selbst wieder ab, sodass es zum Schwangerschaftsabbruch kommt – oder das Embryo wächst weiter, was dazu führt, dass der Eileiter irgendwann reißt, was nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch lebensgefährlich für die betroffene Frau sein kann. Allerdings existiert bislang kein medizinisches Verfahren, womit der Eileiter so einfach in den Uterus verpflanzt werden kann. Momentan werden erkannte Eileiterschwangerschaften mithilfe von Medikamenten oder operativen Eingriffen entfernt.

Umsetzung nicht realistisch

Dass der neue Entwurf tatsächlich umgesetzt wird, ist unwahrscheinlich. Generell gilt in den USA immer noch das Urteil Roe v. Wade, bei dem der oberste Gerichtshof 1973 Abtreibung bundesweit legalisierte. Republikaner*innen erhoffen sich jedoch, diese Grundsatzentscheidung mit einer Flut neuer Abtreibungsgesetze aufzubrechen.

 

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