USA: Nackte Demonstrantin stoppt Polizei und wird zur Protest-Ikone

Bei einem Protest gegen Polizeigewalt stellt sich eine unbekannte, nackte Frau Einsatzkräften in den Weg – die daraufhin verwirrt den Rückzug antreten. Das Internet feiert sie nun als "Nackte Athena“.

Black Lives Matter-Protestschild

Black Lives Matter-Demo in Portland, Oregon: Lediglich mit einem Mund-Nasen-Schutz bekleidet (sehr vorbildlich!) stellte sich die unbekannte junge Frau gestern Abend einer Horde militarisierter Polizist*innen entgegen. Obwohl die Beamt*innen weiter mit Reizgas auf sie feuerten, blieb die Frau einfach stehen und begann Berichten zufolge, sogar Ballett- und Yoga-Posen zu vollführen. Sichtlich verwirrt löste sich die Einheit der Straßenblockade aus Polizist*innen auf – und "Naked Athena“ wurde zur Ikone.

"Goddess Energy“

Etliche Meschen teilen die Aktion der "Nackten Athena“ auf Social Media und preisen die junge Frau für ihren Mut. "Ein surreales Bild menschlicher Verletzlichkeit angesichts einer Übermacht“ bezeichnet die Los Angeles Times das Geschehen. "Goddess enegery“, "pure female power“ oder "This is the most patriotic photo I’ve ever seen“ ist in Twitter-Kommentaren unter dem Hashtag #NakedAthena zu lesen.

Ähnliche Aktion Schwarzer Demonstrantin kassiert Hate statt Lob

Doch nicht alle Reaktionen auf "Naked Athena“ fallen positiv aus: So kritisiert die US-amerikanische Universitäts-Professorin Dr. Uju Anya auf Twitter, dass eine ähnliche Aktion einer Demonstrantin vergangenen Monat wesentlich weniger Lob erfuhr, im Gegenteil: Der Demonstrantin, die vor einigen Wochen nackt gegen Polizist*innnen demonstrierte, schlug eine Welle aus Hass und Beleidigungen entgegen: Anstatt als "nackte Göttin“ gefeiert zu werden, wurde sie als "Ghetto-Schlampe“ beschimpft. Der Unterschied: Bei der damaligen Demonstrantin handelte es sich um eine Schwarze Frau anstatt einer weißen.

Eine anderer Twitter-Userin stellte auch die Frage in den Raum, ob es sich bei "Athenas“ Auftritt nicht lediglich um performativen Aktivismus handle, also Aktivismus, der mehr darauf abzielt, Likes zu generieren und gut rüberzukommen, anstatt tatsächlich etwas zu bewirken (ein Vorwurf, der beispielsweise auch die #BlackOutTuesday-Aktion auf Instagram traf).

Black Lives Still Matter

Seit der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd nehmen die Demonstrationen gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen nicht ab – so auch nicht in Portland. Nachdem am Wochende Sicherheitskräfte der US-Regierung gegen Teilnehmer*innen einer Anti-Rassismus-Kundgebung vorgingen, hagelte es landesweit Kritik von Bürger*innen und befeuerte weitere Proteste.

 

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