US-Teenie-Label Brandy Melville verkauft nur Kleidung in Größe S

Schaufensterpuppen in Hungerhaken-Optik, Mode in Größe Triple Zero - man könnte meinen, das Limit wäre erreicht. Von wegen! Die Modemarke Brandy Melville, welche vor allem auf Jugendliche abzielt, setzt noch eines drauf! Denn dort gibt es überhaupt nur Kleidung in Größe Small.

Wer in den USA als Teenager trendig sein will, der trägt jetzt Mode von Brandy Melville. Das von Silvio Marsan und seinem Sohn Stephan als Brandy & Melville in Italien gegründete Label, konnte vor 20 Jahren in den USA Fuß fassen. In den vergangenen Jahren hat sich die Marke zu einem Must-have entwickelt. Und mit diesem Status fingen die Probleme an. Bei dieser Modemarke, welche jetzt vor allem in Kalifornien und rund um New York präsent ist, wird nur Kleidung in Größe S verkauft. Ab und zu lässt sich ein Teil in Größe M finden und zum Teil werden die S-Modelle als One Size-Produkte verkauft. Jetzt ist S nicht gleich S, aber ein Blick auf die Jeans-Größen spricht Bände, denn der passende Taillen-Size dazu ist 25 Inch. Dagegen scheint das US-Unternehmen Abercrombie & Fitsch fast schon wie ein Heiliger. Dort reicht die Größenauswahl immerhin bis zur US-Größe 14, also 42.

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Wie die Mädchen, die bei Brandy Melville in die Kleidung passen, auszusehen haben, sieht man auf der Hompage: Groß, lange Haare und vor allem eines: Sie sind dünn. Und das in einem Land, in dem Übergewicht nach wie vor ganz groß im Kommen ist. Die Antwort der ausgeschlossenen Mädchen mag da nicht verwundern. Laut dem nationalen Verband von Magersucht und anderen Essstörungen in den USA zeigt bereits jedes zweite Mädchen bedenkliche Maßnahmen zur Kontrolle des Gewichts. Mahlzeiten ganz auszulassen, sich zu übergeben oder zu fasten sind völlig normal geworden.

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Brandy Melville Geschäftsführer Jessy Longo gab in einem Interview mit USA Today Anfang des Jahres an, dass diejenigen, die nicht in die Kleidung passen, zumindest ein Accessoires kaufen könnten, um ebenfalls trendig zu sein. Die Realität schaut anders aus, denn tatsächlich berichten im Internet Mädchen davon, dass sie gebeten wurden die Filialen wieder zu verlassen, da sie ohnehin nicht in die Kleidung passen und diese nur ausleiern würden.

Die 17-jährige Fashion-Bloggerin Justina Sharp trifft es auf den Punkt "Gratuliere, du passt in die Kleidung. Werde Mitglied im Club." Welcher Club wohl gemeint ist? Fashion-Victim, Trendsetter oder doch eher Opfer von Essstörungen? Nur das einem Teenager begreiflich zu machen, ist leider eine andere Geschichte.

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