US-Höchstgericht entscheidet: Sexuelle Orientierung darf kein Kündigungsgrund sein

Nach dem erst wenige Tage alten Beschluss der Trump-Regierung, den Schutz für trans Personen im Gesundheitswesen aufzuheben, nun ein Lichtblick für die LGBTIQ+-Community: Ab sofort sind Entlassungen aufgrund der sexuellen Orientierung in den USA offiziell verboten.

Pride Fahnen

Die Diskriminierung von Mitarbeiter*innen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ist rechtswidrig – das hat der Supreme Court in den USA gestern offiziell beschlossen. Konkret ging es in der Verhandlung um neun Fälle, in denen Angestellte aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gekündigt worden waren.

Sexuelle Minderheiten bisher ausgeklammert

Bisher galt in den USA das sogenannte Bürgerrechts-Gesetz aus 1964, wonach Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts verboten sind. Viele Gerichte sowie die Trump-Regierung legten dieses Gesetz bislang allerdings so aus, dass es sich lediglich auf Unterschiede zwischen Mann und Frau bezieht – nicht aber auf sexuelle Minderheiten.

LGBTIQ+-Aktivist*innen setzten sich beim Obersten Gerichtshof für Klarstellung bezüglich dieses Gesetzes und ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung ein. Unterstützung erfuhren sie dabei von Parlamentarier*innen der demokratischen Partei.

Biden: "Wir sind noch nicht fertig“

"Die heutige Entscheidung ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg zur Gleichberechtigung für alle. Aber wir sind noch nicht fertig", zitiert tt.com den designierten US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden.

Auch Nancy Pelosi, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses sieht in der neuen Regelung einen bedeutenden Meilenstein: "Das heutige wichtige Urteil des Obersten Gerichtshofs bestätigt, dass alle Amerikaner*innen, unabhängig davon, wer sie sind oder wen sie lieben, nach dem Bundesgesetz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz geschützt sind. Vielen Dank an alle, deren Aktivismus und Mut diesen Sieg ermöglicht haben.“

Pelosi für Equality Act

Gleichzeitig übt Pelosi Kritik an der LGBTIQ+-feindichen Politik Trumps: "In der Zwischenzeit setzt die Trump-Administration ihre hasserfüllte Anti-LGBTQ-Agenda fort, die die Gesundheit und das Wohlbefinden unzähliger LGBTQ-Amerikaner*innen und ihrer Familien gefährdet. Der Senat muss die LGBTQ-Diskriminierung vollständig beenden, indem er den #EqualityAct verabschiedet.“

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump eine noch unter Obama eingeführte Regelung zum Schutz von trans Personen im Gesundheitswesen zurückgenommen – zur Empörung der LGBTIQ+-Community sowie zahlreicher Menschenrechtsaktivist*innen. Die Klausel hatte die Definition von Geschlecht über das binäre Geschlechtsmodell (also männlich/weiblich) hinaus ausgeweitet, um alle Geschlechtsidentitäten zu umfassen.

 

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