Urlaub in der Tatra

Einheimische haben das Gebiet um den Tschirmer See genauso für sich entdeckt wie Urlauber aus den ehemaligen Oststaaten. Für ÖsterreicherInnen ist die Hohe Tatra noch ein entspannender Geheimtipp, vor allem, wenn man sie in der Nebensaison besucht.

“Dreißig Minuten muss man in den Stoßzeiten schon bei den Liften anstehen”, meint der Fahrer, der den Shuttleservice vom Bahnhof in der Stadt Poprad zum Grand Hotel Kempinski am Tschirmer See übernommen hat. Gut, dass wir uns nicht in der winterlichen Hochsaison befinden: Mitte November liegt das größte Gebirge der Karpaten heuer noch in herbstlichen Zügen.

Es ist die Zeit zwischen Sommer und Winter, zwischen dem beliebten Wandern und Mountainbiken sowie dem Skifahren oder Langlaufen. Eine Zeit, in der einiges nicht mehr und manches noch nicht geöffnet hat – und gerade deshalb lohnt sich jetzt der Besuch im Nationalpark und UNESCO Biosphärenreservat Hohe Tatra besonders. Zum Entspannen, zum Auftanken und zum Erspüren einer Region, die für deutsche und österreichische UrlauberInnen noch zu den Geheimtipps zählt.

TouristInnen sind im Gebiet um den Tschirmer See, das seit dem frühen 19. Jahrhundert wegen der ausgezeichneten Luft als Kurort anerkannt ist, am Wochenende überall zu sehen. Es handelt sich um Tagesgäste aus dem vier Stunden entfernten Bratislava oder um Kurzurlauber aus der restlichen Slowakei, Polen oder Tschechien. Die Russen und Ukrainer hingegen kommen später in die höchst gelegene Siedlung des Landes - zwischen Dezember und Mai, wenn die Region Wintersportvergnügen zu erschwinglichen Preisen bietet.

Grand Hotel Kempinski
Kupelna 6
059 85 Strba Stbske Pleso
Zimmerpreise: ab 150 Euro pro Nacht im Deluxe-Doppelzimmer inkl. Frühstücksbuffet, kostenlosem WIFI-Internet und freiem Zugang zum Zion Spa sind inkludiert. Kinder unter 6 Jahren: kostenlos; Kinderbetreuung sowie Spielzimmer stehen zur Unterhaltung zu Verfügung.
Aktuelle Angebote: www.kempinski.com/hightatras
Eine Kombination mit dem Schwesterhotel Kempinski River Park in Bratislava ist möglich
Erreichbarkeit:
Per Auto: 5 Fahrstunden von Wien, 4 Autostunden von Bratislava und 165 Kilometer vom polnischen Krakau entfernt.
Per Zug: Ca. 1 Std. von Wien nach Bratislava, von dort ca. 4 Std. nach Poprad. Das Grand Hotel Kempinski bietet einen Abholservice von der Bahnstation in Poprad an, oder man mietet sich vor Ort ein Auto.
Limousinen- oder Helikoptertransfer vom 28 km entfernten Flughafen Poprad-Tatry sowie aus Krakau, Kosice, Bratislava oder Wien.

Wintertipps:
Jänner bis März: schneesicher. Das Skigebiet von Stbske Pleso ist vor allem für Familien geeignet. Für Könner ist das 22 km entfernte Lomnicke Sedle ideal. Erreichbar vom Tschirmer See mit dem Auto oder mit einem Ski-Bus vom Grand Hotel Kempinski. Ski-Touren, Rodeln, Eisklettern oder Schneeschuhwanderungen werden angeboten.
Ganzjährig: Kutschenfahrten am Wochenende. 15-minütige Fahrt: 20 Euro, 30 Minuten: 30 Euro. Auch Hundeschlittenfahrten werden über das Hotel organisiert. Nähere Infos vor Ort.

Ausflüge in die max. eine Autostunde entfernte Umgebung z.B. in die geschichtsträchtige Zipser Region (Levoca, Schloss Spissky, Spisska Sobota) sind ganzjährig möglich:
Touristeninformationen in jedem Ort, z.B. in Levoca/ Leutschau
Namastre Majstar Pavlach
0501 Levoca
Thermalbad mit diversen Kinderangeboten und Rutschen in Poprad: Aquapark AquaCity.

Noch sind die beiden Pisten des kleinen Skigebiets kahl: Der erste Schnee ist in diesem Jahr nicht liegen geblieben. Die Hänge sind genauso vom See aus zu sehen wie die zwei Sprungschanzen, die 1970 anlässlich der Nordischen Skiweltmeisterschaften gebaut wurden und jetzt nur noch zum Bungee Jumpen verwendet werden. Sie sind eine Erinnerung an die Zeiten des Kommunismus, aus der Unterkünfte wie das Hotel Patria am See stammen. Dessen in der Vergangenheit stecken gebliebener Ostschick ist überall zu spüren, auch im Restaurant Cottage Patria, wo noch slowakische Musikanten aufgeigen, die deftige lokale Kost mit Brimsenkäse und der berühmt-berüchtigte Tatratee mit 62% Alkohol serviert, nein, zelebriert werden.

Natur naher Luxus

Das Kontrastprogramm befindet sich nur fünf Gehminuten entfernt: Auf der anderen Seite des Tschirmer Sees hat im Mai 2009 mit dem Grand Hotel Kempinski High Tatras, das erste Fünf-Sterne-Haus der Slowakei eröffnet. Das Kempinski ist etwas Besonderes: Nicht nur, weil es drei ursprünglich getrennte Hotel- und Kurgebäude aus verschiedenen Epochen zu einem original getreuen Komplex, einer Mischung als typisch und modern verbunden hat. Der deutschen Hotel Managerin Kathrin Noll und ihrem Team ist vor allem gelungen, eine gemütliche Atmosphäre im Highclass-Luxus zu zaubern. Da ist sich die Chefin nicht zu schade, das Abendessen der Gäste mit der Pfeffermühle zu würzen - “in einem Familienbetrieb wird das ja auch gemacht.” Und da wandert Concierge Peter, der in der Hohen Tatra aufgewachsen und zutiefst verwurzelt ist, mit den Gästen zum Popradske See. Wer könnte die Liebe zur Region besser vermitteln als einer, der einen “großen Spaß” dabei empfindet, drei Jahre als Sherpa tagein, tagaus 80 Kilogramm schwere Vorräte zu den abgeschiedenen Hütten zu tragen?

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Von solchen Anstrengungen ist die Wanderung auch dank der ausgezeichneten Beschilderung weit entfernt. Eine Belohnung für danach muss man im Grand Hotel Kempinski trotzdem nicht lange suchen. Auf 1.300 Quadratmeter bietet das ZION Spa unterhalb des historischen Gebäudeensembles Entspannung pur. Empfehlenswert sind eine Tatranian Massage oder eine tropische Dusche, die nicht nur exotische Frische, sondern auch den passenden Duft und Farben verströmt. Nicht versäumen darf man außerdem den beheizten Innenpool. Kommt man bei Tageslicht kann man dabei sogar einen Blick auf den Tschirmer See werfen: Die Bodentiefe Fensterfront lässt den Poolbereich weiter, freier wirken.

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Romantisch geht es bei einem exklusiven Candlelight-Dinner zu zweit im Turm des 5-Sterne-Hauses weiter. Im obersten Stock, über den Dächern des Gebäudes, befindet sich diese Aussichtsplattform, die an klaren Tagen und Nächten einen Rundumblick bietet auf die Hohe Tatra und den Tschirmer See, in dem sich die gebirgige Landschaft spiegelt. Eine ähnliche Aussicht haben auch frisch Verliebte vom exklusiven Whirlpool der Honeymoon-Suite aus, dem Herzstück des Hauses, das sich auf dem gegenüberliegenden Spitz des Hotels befindet.

Entspannen und Auftanken, das geht hier wie von selbst.

 

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