Unverbindlich: Sex nur für eine Nacht?

Männer können Hirn und Herz ausschalten und einfach nur Sex haben, während Frauen stets darüber nachdenken, ob sie gefallen, gut aussehen oder geliebt werden: Unverbindlicher Sex scheint uns einfach nicht zu gelingen. Oder doch? Wir wissen, worin der Genuss, aber auch die Gefahr liegt!

Schnelle Autos, schnelle Entscheidungen, schneller Sex: Männer sind Frauen in Sachen unverbindlicher Sex um einen Schritt voraus. Während wir immer alles durchkauen und durchdenken und uns für alle Eventualitäten wappnen, können Männer problemlos den Kopf ausschalten. „Frauen lassen sich von störenden Gedanken leichter ablenken und trauen sich nicht, ihre Fantasien auszuleben", sagt der Sexualmediziner und Buchautor Dr. Georg Pfau ("Männer. Die ganze Wahrheit", Goldegg Verlag). Und: "Männer sind biologisch darauf ausgelegt, beim Geschlechtsakt ergebnisorientiert vorzugehen", so die Meinung des Experten. Grund genug also, mal zu versuchen, Sex wie ein Mann zu haben.

Wir haben uns verschiedene Modelle für unverbindlichen Sex angeschaut.

Der One-Night-Stand

Was: Eine einmalige sexuelle Begegnung, fast immer mit einem Fremden.


Wie: Sex für eine Nacht, das klingt aufregend und abenteuerlich zugleich. Hier geht es um den reinen Akt - einander kennenzulernen spielt gar keine Rolle, oft werden nicht mal Namen ausgetauscht. Der Vorteil: Du kannst dich ausleben und Dinge ausprobieren. Denn die Hemmschwelle, die ist bei einem One-Night-Stand gering, da man sich nicht kennt und auch nicht wiedersieht. Das ist übrigens ein ungeschriebenes Gesetz beim Sex für eine Nacht: Es ist eine einmalige Sache! Daher ist es auch ein No-Go, dich mit jemandem einzulassen, den du kennst. Denk immer daran: Am nächsten Morgen hat dein One-Night-Stand sein Ablaufdatum erreicht. Das muss für beide Seiten klar sein und sollte vorab wenigstens dezent angesprochen werden. Hat jemand mehr Interesse oder wünscht sich vielleicht etwas Fixes, ist die Basis für den einmaligen Sex falsch. Auch wichtig: Dich mit einem Arbeitskollegen oder einem flüchtigen Bekannten einzulassen, bringt nur Probleme. Schließlich willst du ja, dass der One-Night-Stand eine einmalige Sache bleibt und dir nicht irgendwann wieder begegnet.


Vorsicht: Verhütung ist selbstverständlich, Kondome sind ein Muss! Wichtig ist auch, dass du dich grundsätzlich absicherst: Wenn du mit jemandem nach Hause gehst, gib unbedingt einem anderen Bescheid, wo du bist. Falls du dich entscheidest, jemanden zu dir nach Hause mitzunehmen, könnte es passieren, dass er nicht gehen will. Da hilft es, ehrlich zu sein und ihn dezent, aber direkt zu bitten, das Weite zu suchen. Denn ein ausuferndes Frühstück mit Smalltalk gehört einfach nicht zu einem One-Night-Stand.

Casual Dating

Was: Verabredungen, die fast immer übers Internet getroffen werden und den Zweck haben, Sex miteinander zu haben. Das kann einmalig sein, sich aber auch zu einem längerfristigen Arrangement entwickeln.


Wie: Man verabredet sich aus einem einzigen Grund: weil man Sex haben will. Das läuft über Dating-Seiten ebenso wie über Dating-Apps wie beispielsweise Lovoo, wo du anhand der Handyortung willige Jungs in deiner Nähe genannt bekommst. Anders als beim One-Night-Stand, den du erst spontan beim Weggehen oder auf einer Party kennenlernst, triffst du dich beim Casual Date ganz klar, um final im Bett zu landen.


Vorsicht: Verabredungen, die man online trifft, können sich als Mogelpackung herausstellen. Achte immer genau darauf, wen du triffst - und denke auch daran, jemandem zu sagen, wo du bist. Neben der Verhütung ist auch wichtig, dass du dich nicht verpflichtet fühlst: Auch wenn der Grund für euer Date klar ist, heißt das nicht, dass du Sex haben musst. Du kannst jederzeit die Notbremse ziehen und einfach gehen.

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Eine Affäre

Was: Eine sexuelle Beziehung, in der mindestens einer in einer Beziehung ist.


Wie: Es klingt aufregend und verrucht - und klar, es hat natürlich etwas Prickelndes, aus der eigenen Beziehung auszubrechen und ein sexuelles Abenteuer einzugehen, doch bei aller Liebe: Die andere Frau zu sein bringt dir vielleicht guten Sex, aber keine Beziehung. Denn ein Mann, der seine Freundin betrügt, verlässt sie selten für seine Affäre - in den meisten Fällen bleibt es bei einer losen Bettbeziehung. Umgekehrt, also wenn du einen Freund hast und fremdgehst, solltest du dir bewusst sein, dass du jemanden verletzt. Damit kann nicht jeder leben - und das ist auch gut so! Zudem solltest du dir immer klarmachen: Auch eine Affäre hat ein Ablaufdatum, sonst würde sie ja Beziehung heißen. Sobald deine Gefühle zu groß werden, verändert sich das Beziehungsmodell und du musst entscheiden, wie es weitergeht.


Vorsicht: Egal, ob du deinen Freund betrügst oder deine Affäre seine Freundin: Es ist immer eine dritte Person im Spiel, der ihr weh tut. Der Schlüsselsatz lautet: Man kann sein eigenes Glück nicht auf dem Unglück eines anderen aufbauen. Denk also genau darüber nach, ehe du dich auf eine Affäre einlässt.

Ein Gspusi

Was: Eine sexuelle Beziehung, die länger andauert und bei der durchaus Gefühle im Spiel sein können. Ein Gspusi hat das Potenzial, sich zu einer Beziehung zu entwickeln.


Wie: Du lernst jemanden kennen, es bahnt sich
etwas an, ihr landet im Bett - wollt aber eigentlich beide keine Beziehung, sondern nur Spaß. Das ist ein Gspusi! Der Vorteil ist, dass man einander mag, Zeit miteinander verbringt und nur mit einem Partner Sex hat - der aber eigentlich kein Partner ist. Eigentlich. Denn ein Gspusi, das kann durchaus zu einer Beziehung führen, weil man sich wie ein Paar benimmt, ohne eines zu sein. Daher ist dieses Modell für unverbindlichen Sex ideal, weil der Sex letztlich gar nicht so unverbindlich ist, wie es den Anschein haben mag. Dazu kommt, dass es anders als bei einer Affäre keinen Stress gibt, wenn wirklich eine Beziehung daraus wird.


Vorsicht: Bei einem Gspusi gibt es kaum Gefahren. Einzig, wenn einer sich verliebt und der andere nicht, kann es schwierig werden. Doch da man in dieser Zweierkonstellation nicht nur Sex hat, sondern vertraut miteinander ist und viel redet, lacht und diskutiert, kann man diese Gefahr vorab gut abfangen.

Freunde mit gewissen Vorzügen

Was: Auch „Freundschaft plus" oder „Freundschaft mit Extras" genannt, ist eine Form der Beziehung, bei der die Partner miteinander befreundet sind und zudem miteinander schlafen.


Wie: Es klingt wie die ideale Situation, wenn man gerade keine Beziehung hat. Zwei Freunde tun sich zusammen und haben miteinander Sex, solange sie niemanden anderen kennenlernen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man kennt und mag sich schon lange, daher ist man sich vertraut und kann die Zeit miteinander genießen.


Vorsicht: Der Nachteil ist, dass man die Freundschaft aufs Spiel setzt. Denn das Miteinander verändert sich unweigerlich, sobald man in der Kiste war. Natürlich kann das zwei Menschen noch näher zueinander bringen und es sind schon Beziehungen aus „Freundschaft plus" entstanden, doch leider eben auch oft das Gegenteil. Denn wenn sich einer der beiden verliebt, während der andere noch immer den Kumpel, mit dem er manchmal schläft, im anderen sieht, kann das richtig weh tun - denn dann verliert man beides: den Freund mit seinen gewissen Vorzügen und den besten Kumpel. Umso wichtiger ist es, dass man immer mit offenen Karten spielt, damit man die Zuneigung zueinander nicht verspielt.

 

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