Unter dieser psychischen Krankheit leiden viele Workaholics

Eine neue Studie belegt: Wer zu viel arbeitet, leidet oft unter weiteren Krankheiten.

Wer permanent an die Arbeit denkt, selbst im Urlaub nicht abschalten kann und meistens 12 oder mehr Stunden auf dem Arbeitsplatz verbringt, kann als Workaholic bezeichnet werden. Dass die Arbeitssucht oft auch in anderen Krankheiten begründet liegt, zeigt eine neue Studie.

Das sind die Anzeichen dafür, dass Sie ein Workaholic sind


Unter Leitung von Cecilie Schou Andreassen von der Universität Bergen wurden 16.426 norwegische ArbeitnehmerInnen befragt. Von diesen klassifizierten die WissenschafterInnen 7,8 Prozent als Workaholics, nach einem klaren Kriterienkatalog. Dazu müssen mindestens vier von sieben charakteristischen Merkmalen erfüllt sein.

Dazu gehört, dass man gedanklich permanent bei der Arbeit ist; die Arbeit nutzt, um emotionalen Stress abzubauen; stetig immer länger arbeitet; emotional und physisch darunter leidet, wenn man nicht arbeiten kann; andere Pflichten vernachlässigt (Beziehung, soziales Leben); die Zeit erfolgloser Arbeit kontrollieren will; und sich bereits gesundheitliche Probleme zeigen.

Am häufigsten leiden Workaholics unter ADHS


1287 der befragten ArbeitnehmerInnen im Alter zwischen 16 und 75 stellten sich in der Studie als "echte" Workaholics heraus. Am häufigsten tendierten jüngere und leitende Angestellte dazu. Doch das überraschende Ergebnis lag ganz woanders: rund ein Drittel der Workaholics, genau 32,7 Prozent, litten unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS. Diese bewirkt, dass Menschen Probleme mit Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Impulsivität haben, was teilweise zu schweren Folgen für das soziale Umfeld führt.

Ein Drittel der Workaholics litt unter Angststörungen, jeder Vierte zeigte Anzeichen von Zwangsneurosen und fast 9 Prozent waren anfällig für Depressionen. Im Großen und Ganzen seien Workaholics drei bis vier Mal häufiger von psychischen Krankheiten betroffen als andere ArbeitnehmerInnen, so das ForscherInnenteam.

 

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