#unten - Wie es sich anfühlt, arm zu sein

#MeToo hat viel bewegt. Zehntausende Berichte von Frauen auf der ganzen Welt haben das Ausmaß von Sexismus und sexualisierter Gewalt zum ersten Mal deutlich gemacht. Und sie haben andere marginalisierte Gruppen ermutigt, laut zu sein. Unter #MeTwo erzählten Menschen von ihren Erfahrungen mit Rassismus, unter #MeQueer lieferten LGBTQI-Personen erschütternde Geschichten aus ihrem Alltag. 

Eine längst überfällige Diskussion hat nun der deutsche Blog derFreitag angestoßen und fordert jene auf, ihre Stimme zu erheben, die viel zu oft nicht gehört werden: Menschen, die von Armut, sozialer Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen waren und sind. Unter dem Hashtag #unten erzählen Menschen, die zur so genannten "Unterschicht" gehören, wie es sich anfühlt, arm zu sein. Sie berichten von prekärer Arbeit, von unüberwindbaren Vorurteilen, und immer wieder von der Scham, sich etwas nicht leisten zu können.

 

Binnen weniger Stunden tauchten hunderte Geschichten in den sozialen Netzwerken auf. Und wieder handeln viele davon von Erlebnissen aus der Kindheit und Schulzeit. 

 

Schon früh lernen Kinder: Wer es sich nicht leisten kann, gehört nicht dazu. Armut gilt als Schande. 

 

 

Selbst Jahre später und in besseren Situationen bleibt ein Gefühl der Unsicherheit:

 

 

 

Diskriminierungen setzen schon früh an, Kinder aus ärmeren Familien bekommen nicht die gleichen Chancen.

 

 

Dabei ist der Alltag schon schwer genug:

 

 

Viele der Erzählenden haben den "sozialen Aufstieg" geschafft, in ihren Geschichten zeigen sie aber eindeutig, wie nachhaltig die Erfahrungen mit Klassismus sie geprägt haben. Es bleibt die Forderung, nach einer fairen Gesellschaft - in der nicht nur zählt, woher man kommt.

 

 

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