Unsichere Verhütungsmethoden

Wird kein Kinderwunsch gehegt, sollte man lieber die Finger von ihnen lassen. Ein hoher Pearl Index, komplizierte oder umständliche Handhabung und großes Risiko werfen kein gutes Licht auf so manches Verhütungsmittel – meist zu Recht.

Gemeinsam mit einer Fachjury haben wir ein Ranking der fünf unsichersten Verhütungsmethoden zusammengestellt. Unsere Jury setzte sich hierfür aus einem wahren Expertenteam zusammen. Wir dürfen kurz vorstellen: Chef-Juror Mr. Pearl Index, der mit seiner objektiven Herangehensweise eine zuverlässige Beurteilung unserer Kandidaten fällte. Ihm zur Seite stand Mrs. Kein Kinderwunsch, für die hohe Zuverlässigkeit und einfache Anwendung bei Verhütungsmethoden an oberster Stelle stehen.

Und hier das Ergebnis unserer Wertung:

5. Platz: Der Verhütungsschwamm
Auf dem fünften Platz landet der Verhütungsschwamm. Die Angaben zum Pearl-Index unterscheiden sich je nach Quelle, sie reichen von 5-10 sowie von 17-25. Er ist mit einer samenabtötenden Substanz durchtränkt und wird ähnlich wie ein Tampon eingeführt. Damit auch wirklich alle Spermien abgetötet werden, sollte der Schwamm erst 6 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden. Während der Regelblutung, nach einer Geburt und bei Scheideninfektionen darf er nicht verwendet werden.

4. Platz: Das Kondom für die Frau
Dicht gefolgt auf Platz 4, das Frauen-Kondom - ähnlich lang wie ein Männerkondom, aber weiter und an jedem Ende mit einem Ring ausgestattet. So funktioniert's: Ring am geschlossenen Ende zusammenpressen und tief in die Scheide einführen; der Ring am offenen Ende bleibt außen; prüfen (am besten mit dem Finger) ob das Kondom glatt an den Scheidenwänden anliegt; beim Einführen des Penis muss das Kondom festgehalten werden, damit es nicht verrutscht; nach dem Sex äußeren Ring öfters drehen; dann das Kondom herausziehen. Klingt kompliziert, ist es auch. Und genau hier liegt der Nachteil: bei der Anwendung kann so Einiges schief gehen. Kein Wunder, dass der Pearl-Index bis 25 reicht.

Benannt nach seinem Erfinder, dem Biologen Raymond Pearl, wird mit dem Index die Zuverlässigkeit von Verhütungsmethoden angegeben. Die Zahl gibt an, wie viele von 100 sexuell aktiven Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode ein Jahr lang verwendet haben, trotzdem schwanger geworden sind.
Achtung, jetzt wird’s mathematisch! Die Berechnungsformel für den Pearl-Index lautet:

"Pearl-Index = Anzahl der Schwangerschaften mal 12 Monate dividiert durch die Zahl der Anwendungsmonate mal Zahl der Frauen mal 100"

3. Platz: Die Knaus-Ogino-Methode
Den dritten Platz erhält diese auch unter den Namen Kalender- oder Rhythmusmethode bekannte Verhütungstaktik. Im Vorfeld müssen für mindestens ein halbes Jahr die Zykluslängen genau notiert werden. Nach diesen Aufzeichnungen werden die (un-)fruchtbaren Tage der Frau berechnet. Die Methode ist als Verhütungsmittel absolut unzuverlässig, da die Berechnung nur grobe Abschätzungen des voraussichtlichen Eisprungs zulässt. Der Pearl-Index liegt bei etwa 20, in manchen Quellen ist sogar von 40 die Rede.

2. Platz: Der Coitus interruptus
Die wohl älteste Verhütungsmethode der Welt - unterbrochener Geschlechtsverkehr - landet in unserem Ranking auf Platz 2. Vor dem Orgasmus macht der Mann „einen Rückzieher", indem er seinen Penis aus der Scheide zieht und vermeidet, in der Frau zum Höhepunkt zu kommen. Abgesehen von der Tatsache, dass auch schon vor dem Orgasmus Samenflüssigkeit austreten kann, kann man(n) in der Hitze des Gefechts schon mal die Kontrolle verlieren und vergessen „aufzupassen". Fazit: Hohe Unzuverlässigkeit, die sich in einem Pearl-Index von 10 bis 40 (je nach Studie) niederschlägt.

1. Platz: Keine Verhütung
Weit abgeschlagen mit einem Pearl Index von 85 und somit eindeutiger „Sieger" in unserer Wertung der fünf unsichersten Verhütungsmethoden: keine Verhütung zu verwenden. Besteht nicht von beiden Seiten ein klar definierter Kinderwunsch, gibt es eigentlich keinen plausiblen Grund, auf Verhütung beim Geschlechtsverkehr zu verzichten.

 

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