UN-Studie: Armut und Klimawandel gefährden Entwicklung von Kindern

Der Bericht von WHO und UNICEF zeigt, wo es Kindern weltweit am besten und wo am schlechtesten geht. Österreich belegt im Ranking den 19. Platz.

Kinder laufen im Feld

Norwegen, Südkorea, Niederlande: Kinder, die in diesen Ländern aufwachsen haben es laut der neuen Studie von WHO (Weltgesundheitsorganisation) und UNICEF (UN-Kinderhilfswerk) am besten. Am geringsten sind die Chancen von Kindern in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad und in Somalia. Österreich ist auf dem 19. Platz zu finden. In der Rangliste wurden insgesamt 180 Länder sowie nach Faktoren wie Gesundheit, Ernährung und Bildung gelistet.

Österreich im Klima-Ranking nur auf Platz 149

Es gebe kein Land der Welt, das seine Minderjährigen nicht in einem Bereich im Stich lasse, sagt Studienautor und Gesundheitsexperte Anthony Costello. In ärmeren Ländern blieben nach Schätzungen der Autor*innen rund 250 Millionen Kinder wegen Mangelernährung in ihrer Entwicklung so weit zurück, dass sie ihr Potenzial ihr Leben lang nicht ausschöpfen könnten.

Wohlhabendere Länder gefährdeten die Zukunft der Kinder weltweit durch ihre hohen klimaschädlichen CO2-Emissionen. "Wir stimmen mit Greta Thunberg überein", erklärt Costello, wie der Spiegel berichtet: "Unsere Welt brennt." Wenn es unter Berücksichtigung der Emissionen um Nachhaltigkeit gehe, komme Gesamtranking-Spitzenreiter Norwegen nur noch auf Platz 156, die Niederlande auf Platz 160 und Österreich auf Platz 149. Wegen ihrer niedrigen Emissionen stehen Burundi, Tschad und Somalia im Klima-Ranking auf den ersten Plätzen.

"Die Zeichen stehen auf Rückschritt“

In den vergangenen 20 Jahren habe es zwar Verbesserungen bei der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gegeben, aber die Entwicklung gehe nicht weiter, sagt die Co-Vorsitzende der Kommission, die frühere neuseeländische Regierungschefin Helen Clark: "Die Zeichen stehen auf Rückschritt." Länder müssten sich nicht nur heute um ihre Minderjährigen kümmern, sondern auch sicherstellen, dass sie "die Welt schützen, die sie ihren Kindern vererben".

Die Studien-Autor*innen raten dringend dazu, den CO2-Ausstoß zu stoppen, Minderjährige vermehrt in politische Entscheidungen einzubeziehen und Werbeeinschränkungen (insbesondere für gesundheitsschädliche Produkte) zu verschärfen.

Soziale Ungerechtigkeit in Österreich

Heute, am 20. Februar ist Internationaler Tag der sozialen Gerechtigkeit. Seit 11 Jahren wird der Tag dafür genutzt, um auf Ungerechtigkeiten innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Diese betreffen auch wohlhabende Länder wie Österreich: Laut Statistik Austria leben in hierzulande immer noch 57.000 Kinder in Haushalten, die als "erheblich materiell depriviert" gelten.

Die Hilfsorganisation Caritas macht anlässlich des Aktionstages auf das Versprechen der Bundesregierung aufmerksam, diese Zahl halbieren zu wollen und fordert konkrete Maßnahmen wie einen "Armutscheck", der sicherstellen soll, dass "durch künftige Verordnungen und Gesetze Kinderarmut sinken soll und nicht steigen darf", wie meinbezirk.at zitiert.

Die 54-seitige Studie wurde in der Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert und ist hiernachzulesen.

 

Aktuell