Umfrage: Zwei Drittel der Eltern gegen Homeschooling

Eltern stimmen in einer Umfrage im Auftrag des Bildungsministeriums deutlich für einen Normalbetrieb der Schulen – egal, ob eine zweite Corona-Welle kommt oder nicht.

Homeschooling Umfrage

Corona-bedingter Heimunterricht, das bedeutet auch: Mehrfachbelastung für Eltern, vor allem aber für Mütter, die in den meisten Fällen den Großteil der unbezahlten Care Arbeit für Kinder leisten. Ein Großteil der Eltern in Österreich wünscht sich daher, dass die Schulen normal geöffnet bleiben. Das geht aus einer Befragung durch ein Meinungsforschungsinstitut im Auftrag des Bildungsministeriums hervor.

Kein Notbetrieb, kein Homeschooling.

Nach Schulbeginn wurden insgesamt 604 Personen befragt. 82 Prozent der Proband*innen seien mit dem Schulstart zufrieden, 27 davon "sehr", die übrigen nur "eher". 65 Prozent haben das Gefühl, dass die Schule ihres ältesten Kindes gut für Krisen gerüstet sei. Nur 39 Prozent haben Angst, dass sich Kinder in der Schule mit Covid-19 infizieren könnten.

Wunsch nach mehr Normalität

Ein Wunsch der Eltern wurde in mehreren der abgefragten Themen deutlich: Normalität. 84 Prozent sind der Meinung, dass Schule nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch ein sozialer Ort sei. Die Schulen sollten deshalb im Herbst und Winter regulär geöffnet sein. Beinahe drei Viertel der Befragten haben zudem Sorge, dass die "sozialen Schäden bei Kindern deutlich größer sind als die gesundheitlichen." 68 Prozent sahen den Corona-bedingten Heimunterreich als Belastung für Kinder und Eltern und möchten das deshalb "nicht nochmal erleben."

70 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Schulen den Normalbetrieb in jedem Fall aufrechterhalten sollen – egal, ob es eine zweite Wellte gibt oder nicht. Kurz vor den Ferien Anfang Juni hatte eine Umfrage bereits eine ähnliche Fragestellung erfasst. Damals waren noch 14 Prozent weniger Eltern der Meinung, dass das Schulsystem unbedingt aufrechterhalten werden sollte. Hätten Eltern die Wahl, ob sie die Kindern in die Schule schicken oder zu Hause unterrichten, würden laut Befragung 72 Prozent der Eltern ihre Kinder in die Schule bringen.

Im April sagten das bei ähnlicher Fragestellung nur 63 Prozent, knapp 30 Prozent bevorzugten damals sogar Homeschooling. Im Mai sanken die Werte drastisch: Lediglich sieben Prozent waren dann noch dafür, dass die Kinder zu Hause bleiben sollen. Heute sind 71 Prozent der befragten Eltern für den Regelunterricht. Im April waren es nur 50 Prozent, der Wert stieg über die Monate kontinuierlich an.

 

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