Überhitzte Autos und geöffnete Fenster: Für kleine Kinder kann die Hitze gefährlich werden

Diese Woche starben in Österreich zwei kleine Kinder an hitzebedingten Unfällen. Die aktuell viel zu hohen Temperaturen bergen verschiedene Gefahren für Kleinkinder und Babys.

Überhitzung im Auto ist für Kinder besonders gefährlich

Für kleine Kinder kann Hitze gefährlich und sogar tödlich sein. Diese Woche verstarben zwei Kleinkinder in Österreich an den Folgen hitzebedingter Unfälle. Ein Bub starb an Dehydrierung, nachdem er in einem aufgeheizten Auto bewusstlos geworden war. Das Kind war am Hof seiner Großeltern in der Südsteiermark unbemerkt in einen unversperrten Wagen geklettert und dürfte dort eingeschlafen sein. Die Polizei konnte kein Fremdverschulden feststellen. In Wien ist ein 10 Monate altes Baby aus einem zum Lüften geöffneten Fenster im vierten Stock gestürzt.

Kinder dehydrieren schneller als Erwachsene

Kinder haben im Vergleich zu ihrem Körpergewicht eine größere Körperoberfläche. Dadurch dehydrieren sie schneller als Erwachsene, der Flüssigkeitsmangel kann schnell tödlich sein. Babys sind außerdem hitzeempfindlicher, weil sie kaum Haare haben. Die Sonneneinstrahlung am Kopf wirkt stärker, eine Kopfbedeckung schützt das Kind vor Überhitzung und Sonnenbrand.

Vor Hitze schützen - auch im Auto und in der Nacht

Die heißesten Stunden sollte man mit kleinen Kindern im Schatten oder drinnen verbringen, rät Alexander Kurucz vom Roten Kreuz im Ö1 Morgenjournalam Freitag. Auch in der Nacht sollte man möglichst für eine kühle Umgebung sorgen. Zu hohe Temperaturen, etwa wenn Säuglinge im selben Bett mit den Eltern schlafen würden, könnten den plötzlichen Kindstod begünstigen, sagt der Experte. Er empfiehlt auch für sehr kleine Kinder eigene Beistell- oder Kinderbetten.

Im parkenden Auto kann Kindern binnen weniger Minuten zu heiß werden. Sie würden rasch das Bewusstsein verlieren und könnten sich nicht mehr bemerkbar machen, warnt Ilona Schöppl vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Lüften nur unter Aufsicht

Kinder haben im Vergleich zu ihrem Körpergewicht einen großen Kopf, der Körperschwerpunkt ist anders gelagert. Das heißt: Sie verlieren leichter das Gleichgewicht. Zum Lüften geöffnete Fenster bergen also eine besondere Gefahr für kleine Kinder: Fensterstürze sind eine der häufigsten Unfallursachen bei Kleinkindern, so Schöppl. Während des Lüftens sollten Kinder nie unbeaufsichtigt bleiben.

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