Twitter-Nutzerin offenbart Doppelstandards auf grandiose Weise

Das "Wasser predigen und Wein trinken" des Internets hat was mit nackter Haut zu tun.

Die Frau im Internet ist Zielscheibe für allerlei Kritik. Alles, was sie tut, ist zuviel: Zuviel Haut, zuviel Meinung, zuviel Feminismus. In der vermeintlichen Anonymität des Webs erklären Männer Frauen nur zu gern, was gar nicht geht. Umso wichtiger ist es, wenn Frauen sich wehren.

Twitternutzerin Lindsey prangert auf ihrem Twitteraccount öffentlich Doppelstandards an. Seit 2014 engagiert sie sich in verschiedenen Projekten gegen Sexismus und sexuelle Belästigung, online wie offline. Seit 2016 zeigt sie in ihren Postings einen speziellen Typ Mann: Den shirtless shamer. Das sind Männer, die Frauen für ihre Offenherzigkeit in den sozialen Medien kritisieren, sich auf ihren eigenen Profilen aber wie selbstverständlich in ihrer ganzen, unbekleideten Pracht zeigen. Yay, Scheinheiligkeit!

Was eigentlich als lustiges Projekt begann, hat Lindsey sehr schnell selbst erschreckt. Sie fand mehr als 100 halbnackter Sexisten, die Frauen im Internet schamlos herabwürdigen. Manche Männer gehen soweit, Vergewaltigungen und körperliche Gewalt, ja sogar den Tod zu rechtfertigen.

"Leider ist das Problem nicht nur, dass diese jungen Männer Idioten sind," schreibt Lindsey in einem Artikel über ihr Projekt für The Daily Beast. "Der Doppelstandard ist überwältigend und schränkt das Grundrecht von Frauen und Mädchen ein, ihre Körper zu zeigen und dabei nicht als provokativ, unangebracht und gefährdet eingestuft zu werden. Dieses Recht ist wichtig."

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