In Tschechien müssen Supermärkte ihre alten Lebensmittel verschenken

1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen weltweit jedes Jahr im Müll. Lebensmittel, die Menschen ernähren könnten und stattdessen zu Abfall werden. In Tschechien werden Supermärkte jetzt zum Gegensteuern gezwungen. Sie müssen die Waren an Hilfsorganisationen abgeben.

Tschechische Supermarktketten müssen in Zukunft unverkäufliche Lebensmittel kostenlos an Hilfsorganisationen abgeben. So landen die Lebensmittel nicht mehr im Müll und Bedürftige sind nicht gezwungen, in den Containern nach Essen zu wühlen.

Das Gesetz gilt ausschließlich für Lebensmittelgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe von bis zu umgerechnet 390.000 Euro rechnen. Die größten Supermarktketten in Tschechen sind die deutsche Kette Kaufland, die niederländische Ahold, die britische Tesco, Lidl und Penny-Markt.

Lebensmittel im Supermarkt

Der Weg zum Gesetz

Das tschechische Parlament wollte das Gesetz schon seit geraumer Zeit einführen, Widerstand gab es allerdings aus dem Senat: 25 Senatsabgeordnete hatten gegen die Regelung geklagt. Sie sahen darin einen unzulässigen Eingriff in die Eigentumsrechte und eine Rückkehr zu kommunistischen Praktiken.

Das Verfassungsgericht in Brünn sieht das anders und hat am Mittwoch das Gesetz für rechtens erklärt. Die Richter verwiesen auf die tschechische Grundrechte-Charta, in der es heißt, dass Eigentum verpflichtet. Die Abgabepflicht sei zudem als Teil weltweiter Bemühungen zu werten, die "schwerwiegenden Fragen der Lebensmittelverschwendung" zu lösen.

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