Trump schafft Schutz für trans Personen ab

Die US-Regierung hat eine Regelung aus der Gesundheitsreform des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama gestrichen.

In den USA sind trans Personen nicht länger vor Diskriminierung im Gesundheitswesen geschützt. Die US-Regierung hat eine entsprechende Regelung aus 2016 zurückgenommen. In einem Gesetz zum Schutz der Bürgerrechte im Gesundheitswesen hatte die Obama-Regierung die Definition von Geschlecht ausgeweitet um alle Geschlechtsidentitäten zu erfassen.

Das Gesundheitsministerium erklärte am Freitag, die Regierung werde zur Interpretation des Wortes "Geschlecht" als "männlich oder weiblich und wie von der Biologie bestimmt" zurückkehren. Die bisherige Regelung habe einerseits zu "Verwirrung" geführt und außerdem die Kosten in die Höhe getrieben, hieß es. Die Ankündigung kam am Jahrestag des Attentats auf einen LGBTIQ+-Nachtclub in Orlando 2016 und mitten im Pride-Monat, der an den Juni 1969 in New York erinnern soll, bei denen sich in der Christopher Street Besucher*innen der Queer-Bar "Stonewall Inn" gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen wehrten.

"Grausam" und "verachtenswert"

Für trans Personen bedeutet das im Alltag, dass Ärzt*innen und Versicherungen ihnen fortan die Versorgung verweigern können - einzig aufgrund ihrer Identität und ohne Konsequenzen. Das Nationale Zentrum für die Gleichstellung von trans Personen bezeichnete die Regierungsentscheidung als "grausam" und "verachtenswert".

Die bereits seit Monaten diskutierte Regelung, die das Leben von trans Personen weiter einschränkt, wird von einigen konservativen Ärzt*innen unterstützt. Die New York Times zitiert etwa den Arzt Terry McDole: "Es geht nicht um die Versorgung von Patient*innen, sondern darum, ob die Regierung mich zwingen kann, entgegen meinen ethischen Überzeugungen und meiner medizinische Beurteilung umstrittene Verfahren und Verschreibungen vorzunehmen. Viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die wie ich an moralischen und ethischen Werten hängen, die oft tief im Glauben verankerte Werte sind, sehen sich jetzt schon enormem Druck und Diskriminierung ausgesetzt. Der Druck, sich mit Abtreibungen und der Transgender-Ideologie abzufinden, kann besonders stark werden."

Die meisten Organisationen des Gesundheitswesens besinnen sich in der Behandlung von Patient*innen allerdings auf den hippokratischen Eid und nicht auf persönliche Sichtweisen. Selbst religiöse Vereinigungen, wie die Katholische Gesundheitsorganisation der Vereinigten Staaten, verurteilen die Neuregelung. Deren Vorsitzende, Schwester Mary Haddad, erklärte: "Jemanden medizinische Versorgung zu verweigern, nur weil man sich unwohl dabei fühlt, wie jemand sein Geschlecht oder seine Sexualität versteht, ist inakzeptabel."

"Trumps Grausamkeit kennt keine Grenzen"

Kritik kam auch von den Demokraten. Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, sprach von einem "gefährlichen Angriff auf unsere Grundwerte Gleichheit und Gerechtigkeit" und kritisierte, dass die Regierung so Diskriminierung in wesentlichen Bundesrichtlinien verankere. Der designierte Präsidentschaftskandidat Joe Biden erklärte auf Twitter: "Donald Trumps Grausamkeit kennt wirklich keine Grenzen."

 

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